KTM LC8 - 950 Adventure
Mittis erster Testbericht aus dem echten Leben - (www.gps-mount.com)
[LC8 - 950 Adventure Profil]

Gestern, am 21.3.03, hat mich mein händler angerufen - KTM hat die silberne vorführer geliefert. Also auf zu ihm (ist rund 4 gehminuten von mir entfernt) aber die LC8 ist noch nicht für den Verkehr zugelassen. Auch heute Samstag war natürlich noch nicht das richtige taferl dran - also ein blaues Werkstattkennzeichen montiert und los ging es.

Das erste starten bei Kilometerstand 000001 und kaltem Motor: Choke ziehen und Knopf drücken - sie ist seit dem zusammenbau im Werk noch nicht gelaufen, springt aber sofort an. Der sound typisch KTM - aber nicht so oberflächlich wie bei einer LC4 - man bemerkt schon den Hubraum. Der original Auspuff klingt nichtmal schlecht, was sich auch später beim fahren bestätigt. Das Ding bleibt vorerst bei meiner drauf und wird frühestens nach einem Jahr duch etwas noch blubbernderes ersetzt.

Das rangieren gestaltet sich ungewohnt aber nicht wirklich schwer, eher tollpatschig mit den zehenspitzen - wie wird das noch mit der S werden ? (ich bin 1,89 cm groß). Erster Gang rein, nur ein kleiner Ruck am Getriebe und der Gang ist sofort drinnen.

Nebenbei erwähnt: die Kupplung ist klasse, leichtgängig, mit 2 Fingern zu bedienen, was sich als das praktikabelste herausstellte.

Nach dem ersten einkluppeln zum wegfahren - plop - Motor abgewürgt. Ist halt doch keine Vara mit langhubigem Motor - außerdem ist er noch kalt und den Choke hat der Verkäufer auch relativ früh rausgenommen. Also nochmal starten - beim wegfahren mehr Gas geben und schon sind wir unterwegs. Da es noch kalt ist sind die ersten Drifts auch schon passiert - aber auf keinen Fall erschreckend, das Hinterrad ist nur kurz gerutscht. Also etwas piano.

Der erste Stopp an der Tankstelle: Schlüssel in den ersten Tankdeckel und aufklappen, den Schlüssel raus und in den 2. Deckel - nach hinten klappen - Schlüssel abziehen, einstecken. Das betanken an sich ist etwas mühsam, im linken Tank (mit dem seitenständer liegt die öffnung flacher) spritzt das Benzin wieder zurück wenn man einfach auf volle Pulle drückt - also aufpassen. Da die Tanköffnungen auch schräg stehen ist der maximale Pegel schräg im Tank, etwas ungewöhnlich. Der rechte Tank steht jetzt aufrechter und so ist es dort auch möglich die Zapfpistole ganz aufzumachen, ohne dass es herausspritzt. Die Reservelampe hatte noch nicht geleuchtet, 17,8 liter hab ich reingebracht und jetzt kommt das Positive: in relativ kurzer Zeit, d.h. ohne wie bei anderen tanks oft gesehen: langsames absinken des Benzins im Tank - und somit ist eine Maximalbefüllung nur mit viel Zeit möglich. Nicht so hier. Wenn du das Benzin im Tank siehst, wird es nicht mehr absinken und du kannst mit füllen aufhören.

Weiter geht es auf der Straße - die Handlichkeit ist wirklich beeindruckend und läßt leicht übermütig werden. Beim bremsen taucht auch die silberne markant vorne ein - aber wirkt dabei sehr stabil. Die ersten Kilometer haben die Bremsen natürlich noch nicht die entgültige Wirkung. Am Ende des Tages waren sie spürbar bissiger - vorne wie hinten.

Der relativ geringe Lenkeinschlag ist tatsächlich speziell beim umkehren ein Problem - die dafür verantwortlichen Einstellschrauben waren aber noch nicht ideal abgestimmt und somit ist auch hier noch ein kleines Potenzial für Verbesserungen.

Für die Fotos (danke an Eva) sind wir auf flaches Schotterland in Wien gefahren und haben uns wie nur unschwer auf den Bildern zu erkennen ist wirklich nur ausgetobt. Ich war mit meiner alten Vara schon des öfteren auf schottrigen und erdigen Feldwegen unterwegs, immer mit vorsicht und immer respektvoll vor längsrillen . Die mußten nichtmal tief sein, schon ist die Vara nur noch schwer davon zu trennen gewesen. Mit der LC8 kann man derartiges einfach ignorieren - wörtlich genommen!

Die Kombination aus großem Vorderrad, stabiler Gabel, der lange Radstand und der Reifen bringen eine super stabilität. Das nächste mal als ich auf den tacho schaute stand da 140 km/h - auf einem Feldweg wohlgemerkt. Aber auch das Bremsmanöver ist unspektakulär. Kein wildes hin und herpendeln wenn das Hinterrad blockiert.

Ligurische Grenzkammstraße - ich komme !!!

Im Stadtverkehr macht sich die schlanke linie der LC8, nicht meine, positiv bemerkbar. Die Lücken zwischen den autos an den roten ampeln sind nie zu eng - wenn die Knie durchgehen dann ist für das ganze Bike platz. Auf den lenker muss man halt noch aufpassen, aber auch das ist kein Problem.
Übrigens ist bei uns in Österreich das vorschlängeln erlaubt.

Am Nachmittag sind die restlichen Fotos auf Asphalt entstanden. Da die Kurve nicht die besten Haftungseigenschaften mitbrachte (biologische Reste auf der Straße) sind die Schräglagen nicht wirklich spektakulär, aber ich wollte mich schließlich nicht mit einem 14.450,- € (Österreichpreis) teueren Schrotthaufen zurückkehren. Schließlich bin ich ja nicht der Feind meiner Gesundheit.

Weil sich der Eine oder Andere sicher noch fragen wird: “Ist die LC8 genügend gegen Stürze geschützt?”

Nun ja, auch das mußte ich natülich testen, unfreiwillig natürlich, aber für Euch tue ich doch alles!

Ich wollte auf dem Schotterparkplatz umkehren. Hab dabei wohl zu wenig Gas gegeben und beim beschleunigen nach links ist mir der Motor abgestorben.  Unvermitteltes blockieren des Hinterrades in gewisser Schräglage ist nun mal von meinem untrenierten Bein nicht so ohne weiteres aufzufangen. Platsch da lag sie schon auf der linken Seite. 

Zum Glück ist sie nicht wirklich schwer und somit stand die Adventure schneller als das nächste Auto auf der Straße entlangkommen konnte. Passiert ist nicht viel, aber doch hat der Tank im untersten Bereich über dem Sturzpad auch etwas abbekommen. Jetzt weiss ich auch warum der Prototyp mit dem die Tour nach Rußland gemacht wurde genau an dieser Stelle Carbonschützer aufgezogen hatte.

M ei n H a n d g el e n k hat sich auch durch die Aktion etwas beleidigt gefühlt und schmerzt noch ganz leicht. Der Handprotector hat sich leicht verdreht und die hintere linke Soziusfußraste ist leicht verschrammt - Schönheits- fehler, die mich an meiner eignenen LC8 nicht stören würden.

 

Zum Schluß noch zum Motor:

Stören würde mich allerdings, wenn meine LC8 auch folgenden Fehler aufweisen würde:

Der Motor hat von 4.500 U/min bis 5.500 U/min ein Ruckeln, wie wenn man eine Zündkerze abschalten würde und nur noch ein Zylinder arbeitet. Wir vermuten dass es sich um einen Justierungsfehler handelt und dass dies behoben werden wird.

Der Motor ist ab 2.000 U/min gut am zug und (abgesehen vom Leistungsloch oben beschrieben) steigert sich die Power spürbar bis rund 6.000 U/min. Ab da geht nur noch die Post ab. Ansatzweise hab ich es ausprobiert aber 1. darf man ja in Ösiland nicht wirklich flott fahren und 2. das Ding ist ja noch neu gewesen und da wird natürlich nicht voll angestofft !

Ich freue mich auf alle Fälle schon auf die Beschleunigungsorgien die nach der Einfahrphase kommen werden. 9.500 U/min wird des öfteren auf meinem Drehzahlmesser stehen - Power ist halt einfach geil!

Nächste Woche hab ich noch eine Gelegenheit eine andere silberne LC8 zu fahren und dann wird sich zeigen, was es mit diesem imensen Leistungsloch auf sich hat. Sollte sich beseitigen lassen.

Über das LC8-Forum halte ich Euch auf dem laufenden.

Ein erfolgreicher und spaßiger Tag, danke an Mr. GERMAN von der 2 Rad Börse. Ich hoffe dass er mir am Montag wenn ich beichten gehe nicht den Kopf abreißen wird.

Text & Fotos: Andreas Mittheiss (www.gps-mount.com)

Mittis erster TEST

© AdventureBike - selectCOM - E.S. - 2001 - 2004

Sie sind hier:

Übersicht:

enduroabenteuer Ausgabe 4 - 2004
TITEL-mt-02-2005-120breit

Anzeige:

 

Anzeige:

Das aktuelle Heft:

Anzeige:

BANNER-150breit

Seit September 2005 haben wir leider die Weiterentwicklung von AdventureBike eingestellt. Der Grund für diese Entscheidung liegt im chronischen Zeitmangel.

Für das Interesse, Vertrauen und unermüdliche aufrufen unserer Seiten möchten wir uns bei Ihnen unseren Lesern bedanken. Es freut uns an dieser Stelle verkünden zu können das über
1.000.000 Besucher sich die Zeit genommen haben hier vorbeizuschauen.

Bis auf weiteres wird AdventureBike von der Firma selectCOM weiter Betrieben, jecoch nicht weiterentwickelt.

Gruß

Ernst Südmeyer

 

WEB Design by: selectCOM

www.selectcom.de