LC8 Das Erste Duell
KTM gegen AfricanQueens
TESTNAVIGATION
Wir konnten es uns einfach nicht verkneifen gleich zur Vorstellung der neuen großen KTM LC8 950 Adventure einen ersten Vergleichstest zu unternehmen. Das Problem ist allerdings, womit soll man eine solch ausgereifte Maschine
vergleichen?
Der erste Rundgang
Das Cockpit
Ergonomie - Sitzposition
Ausstattung & Tech. Daten
Motor
Wartung
Alltagstauglichkeit
Reisetauglichkeit
Bildergalerie
© AdventureBike - Ernst Südmeyer 2003
Leistungsmässig ist die
Mattighofenerin allen anderen überlegen. Fahrwerksmässig gibt es sicherlich kein serienmässig produziertes Motorrad das ihr das Wasser reichen könnte. Also bleibt nur der Vergleich mit einem Rallye Umbau des
Motorrads dessen Nachfolger die LC8 wohl werden wird, die AfricaTwin.
Die konsequentesten Umbauten für die Africa Twin gibt es sicherlich bei AfricanQueens. Also nahmen wir den Telefonhörer in die Hand und fragten Stephan Jaspers, Eigentümer von AfricanQueens, kurzerhand ob er denn nicht Lust hätte seine Maschinen an einer Reihe von Tests teilnehmen zu lassen. Selbst hungrig die LC8 endlich einmal in Action zu sehen willigte er sofort ein.
Dieser Test ist somit der erste in einer Reihe von Tests in denen wir die AfricanQueens Maschinen mit der KTM LC8, auch auf längeren Strecken vergleichen werden.
Mangels Verfügbarkeit vom Werk sprachen wir dann mit Johannes Obermeier vom EnduroKeller in München ob er
seine LC8 Vorführmaschine für ein solches Unterfangen hergeben könne. Am 30. März
war es dann soweit, der Kampf der Giganten ging in die erste Runde.
Dieser Test wurde erst möglich durch die Unterstützung von Stefan Jaspers, AfricanQueens (links) und Johannes Obermeier, EnduroKeller (rechts).
Getestet wurden:
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Danke
Ernst Südmeyer
Herausgeber AdventureBike
Erster Rundgang AdventureBike - LC8 Das erste Duell: KTM vs. AfricanQueens
[SEITENANFANG]
Unter diesen drei Gefährten ist die LC8 trotz Ihrer beachtlichen Sitzhöhe
von 88 cm die niedrigste, ja fast zierlichste Maschine. Dennoch ist sie nicht die leichteste denn die Forte rollt mit 10 kg weniger auf die Wage. Auf den ersten Blick scheinen alle drei sehr schmal zu sein. Durch die
hochgezogene, schmale Verkleidung wirken insbesondere die AfricanQueens Maschinen wesentlich schmaler als sie sind.
Alle drei Maschinen schrecken kurzbeinige Menschen vor einem erklimmen der enormen Sitzhöhe ab. Zwischen 88 und 98 cm über dem Boden liegen diese Sättel. Sitzt man allerdings erst einmal auf einer dieser Maschinen so stellt man fest das alle drei Maschinen die hervorragende Eigenschaft besitzen ihr Eigengewicht zu Maskieren. (LC8: 198 kg; Forte: 189 kg; Twin 200 kg)
Ganz besonders merkt man das beim Schieben. Selbst die modifizierte
AfricaTwin ist einfacher zu schieben als das Serienprodukt. Dabei fällt dem aufmerksamen Betrachter natürlich auf das es sich bei der KTM um ein Serienprodukt handelt. In diesem Vergleich noch und dabei
noch um das Produkt das man seitens KTM auf den Reise bzw. Strassenbetrieb optimiert hat.
Zurück zu den Kurzbeinern unter uns, herzliche Grüße vom Autor dieses Berichts. Alle drei Maschinen haben eine hervorragende
seitliche Balance zu haben. Macht sich am ehesten bemerkbar wenn man mit einem Motorrad an die Ampel fährt und ohne Probleme das Gleichgewicht halten kann, also locker mal 2, 3 oder gar mehr
Sekunden stehen bleibt. Das ist nämlich nicht nur Übungssache sondern wird auch durch die Geometrie und Gewichtsverteilung des
Motorrads unterstützt. In dieser Kategorie schneidet z.B. eine serienmässige AfricaTwin
eher schlecht ab. Eine serienmässige BMW R1100GS oder auch R1150GS liegt da schon besser zwischen den Beinen. Die drei Probanden dieses Tests noch weit darüber hinaus. Die LC8 und
AfricanQueens Twin schneiden hier ungefähr gleich ab. Ein nettes spiel mit diesen beiden Motorrädern stehen zu bleiben und auszuprobieren wie lange man es aushält. Mit der Forte vereinfacht sich diese Übung
um ein vielfaches. Daher ist es einfach auch in härterem Gelände langsam zu fahren, ohne die Füsse von den Rasten
zu nehmen. Der Vorteil dieser Eigenschaft: Ein Motorrad das
leicht zu halten ist fällt nicht so schnell um. Wenn es dann auch noch leicht aufzuheben ist ...
Damit wären wir beim nächsten Thema. Aufzuheben ist die AfricaTwin am schwersten. Obwohl der Twin Spezialist AfricanQueens auch hier eine, für uns unerklärliche Verbesserung geschaffen hat muss man noch immer kräftig an der Twin ziehen um sie wieder in die Vertikale zu bewegen. Die LC8 ist bei nur 2 oder 3 Kilo Unterschied im Trockengewicht noch wesentlich leichter aufzuheben. Hier spürt man die 10 kg Unterschied zwischen der Forte und der Adventure kaum. Die Forte ist zwar eindeutig leichter aufzuheben, aber der Unterschied erscheint nicht so gravierend.
Die Ausstattung der AfricanQueens Maschinen ist definitiv für
Abenteurer optimiert. Obwohl die KTM eine unglaublich konsequente Ausstattung bietet kann sie bei den Wüsten-Cruisern aus Geisenhausen einfach nicht mithalten. Beeindruckend sind jedoch die
doppelten Endrohre des V2 aus Mattighofen. Detaillösungen wie Hecktanks, Rallyesitzbänke, im Motorschutz integrierter Wassertank
oder auch der Carbon Motorschutz der Forte geben diesen Maschinen ein einzigartiges Flair.
Zwei Konzepte also die sich zwar ähneln aber nicht wirklich kompatibel sind. Wie sie im Fazit feststellen können haben wir daher die Wertung dieses Tests entsprechend angepasst.

© AdventureBike - selectCOM - E.S. - 2001 - 2004


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