LC8 Das Erste Duell
KTM gegen AfricanQueens

Motor

Der KTM LC8 Motor setzt neue Masstäbe in Größe, Gewicht und Leistung.

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 Ausstattung & Tech. Daten
 Motor
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 Fahrverhalten
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© AdventureBike - Ernst Südmeyer 2003

Zum Motor der LC8 wurde bereits viel geschrieben, fassen wir zusammen: 

Durch die Vorgaben, den kleinstmöglichen V2 Motor zu entwickeln, ist man unkonventionelle Wege gegangen. Durch die Trockensumpfschmierung kommt der Motor ohne eine Ölwanne aus. Das bedeutet, dass unterhalb des Kühlers, vor dem Motor ein Öltank sitzt, an dem man auch bequem den Ölstand messen kann. Um einige Funktionen zusammen zu fassen, liegt eine Mulifunktionswelle zwischen den Füßen der beiden Zylinder.

Ein weiteres Merkmal ist die Kupplung, die den Anpressdruck drehmomentabhängig variiert. Die Konstruktion verstärkt die Wirkung der Federn bei dieser im Ölbad liegenden Lamellenkupplung. Der Verstärkungseffekt entsteht durch die Kraftübertragung von Getriebewelle auf die Lamellen der Kupplung mittels eines Schlittens. Dieses Bauteil wandert mit zunehmendem Drehmoment auf der Welle, um die Lamellen der Kupplung aneinander zu pressen.. Somit konnte die Baugröße und das Gewicht dieses Bauteils sehr gering gehalten werden, ohne dass die Kraftübertragung oder Laufleistung beeinträchtigt würden.

Damit wären wir bei der Charakteristik dieses Motors, doch zunächst der technische Hintergrund: Um die Gesamthöhe dieses Motors trotz der doppelten, obenliegenden Nockenwellen möglichst gering zu halten, hat man sich für die Architektur eines Kurzhubers entschieden. Auf Deutsch bedeutet dies, dass der Weg den die Kolben zurücklegen, vergleichsweise klein ist. Vergleicht man die Höhe des tatsächlichen Zylinderbauteils mit dem der beiden Hondas im Test, so kann man einen dramatischen Unterschied feststellen. Im echten Leben bedeutet dies, dass der LC8 Motor im unteren Drehzahlbereich vergleichsweise wenig Drehmoment auf die Strasse bringt. Er ist also leicht abzuwürgen. Hat man sich daran gewöhnt, diesen Motor ständig über 4.000 Umdrehungen zu halten, nimmt der Spass kein Ende. Sanft und ohne Lastwechsel nimmt der neue V2 das Gas an und schiebt mit purer, niemals unkontrollierter Kraft nach vorne.

Der V2 der AfricanQuenns Twin wurde nicht modifiziert und bietet daher zwar Drehmoment in niedrigen Drehzahlen, ihm fehlt aber der Biss mit dem die beiden anderen Kanditatinnen ihre Fahrer beeindrucken. Dennoch sollte hier vermerkt werden, dass für die Fahrkünste der meisten Menschen das Leistungsspektrum dieses Motors vollkommen ausreicht. Nur in Hoch- geschwindigkeitspassagen musste der jeweilige Fahrer der Queens Twin in unserem Test die Segel streichen.

Der Motor der Rallye Forte XV840 basiert zwar auf dem einer AfricaTwin mit 750 ccm, hat aber eigentlich nur die positiven Eigenschaften des Honda Triebwerks geerbt. Mit einer entsprechenden Überarbeitung wurde der Motor auf 840 ccm gebracht. Der Luftfilter wurde in einem AfricanQueens Eigenbau über die Zylinder gelegt. Ohne unnötige Verwindungen läuft die Abgasanlage in einen einzelnen Endtopf, der mit einem wuchtigen, aber angenehmen Sound aufwartet. Das Resultat dieser Maßnahmen: 78 PS und 89 NM. Das unveränderte AT Getriebe und die Sekundärübersetzung bringen diese Kraft so dosiert und exakt auf die Strasse, dass die Forte der LC8 bei langsamer Fahrt definitiv überlegen ist. Über 5.000 Umdrehungen kommt zwar immer noch mehr als genug Power, aber die fehlenden 20 PS müssen ja irgendwo in Erscheinung treten.

Text & Fotos: AdventureBike - Ernst Südmeyer

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enduroabenteuer Ausgabe 4 - 2004
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