Das Leben einer LC8

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Eine 950 Adventure S im Alltagsstress!

Mehr als nur ein Testbericht. Ein Tagebuch, eine Beschreibung von Erfahrungen, Fakten, Statistiken und Emotionen die eben der ganzen Bandbreite des Erlebnisses eine 950 Adventure zu fahren gerecht werden.

Wird sie halten? Wird sie der zuverlässige Weggefährte den wir alle suchen? Eins steht fest. Auch die 950 Adventure ist von Menschenhand entworfen und gefertigt worden. Perfekt kann sie also nicht sein! Weder technisch noch von Design, denn jeder Mensch hat andere Bedürfnisse.

In diesem Bericht konzentrieren wir uns auf die Langfristigen Erfahrungen mit der 950 Adventure. Weitere LC8 950 Adventure Test- bzw. Vergleichsberichte finden Sie in unserer LC8 Testübersicht!

Chronologie
 

DATUM

BESCHREIBUNG

BERICHT

KM
STAND

16.7.03

In dieser Woche ging die gute LC8 zurück zum Hänsi, Paul’s Endurokeller, zur kleinen Inspektion. Zur 7.500 km Inspektion gab es nichts besonderes zu vermelden. Das Öl wurde halt gewechselt und aus eigener Vorsicht und Neugier suchten die Jungs, Rainer und Hänsi nach möglichen Problemen z.B. am Kupplungskorb ... Das Resultat: nix zu finden !
... ist ja fast schon langweilig!

Diese Woche kamen einige Zubehör Teile wie z.B. das Koffersystem. Am 18. geht es los ins Elsass zu einer alt eingesessenen IT Stammtisch Tour. Also werde ich das Koffersystem montieren und probieren. In der kommenden Woche werden wir dann den Roadbookumbau und die Installation der Alarmanlage durchführen. Mal sehen wie gut das klappt!

 

7.609 km

29.6.03

Am Sonntag sind wir zum ersten mal mit der 950 Adventure auf einer Crosspiste gefahren. Das Ergebnis: Sie läuft auch hier wesentlich unkomplizierter und schneller als erwartet. Das Limit wird durch meine Fahrkenntnisse, oder den Mangel daran, definiert. Das Motorrad fährt sich mit der serienmässigen Bereifung, dem MT 90 Scorpion, wesentlich handlicher als ich erwartet hatte!

 

7.000 km

19. - 22. 6.03

Am Donnerstag den 19. ging es los, mit Sack und Pack fuhren wir, Gabi die Kinder (Isabelle und Marcel) los Richtung Norden zum FAT Treffen auf der Burg zu Lissberg im Kreis Ortenberg.

Die LC8 durfte auf dieser Fahrt ausschnaufen denn Sie ist ja täglich auf dem Weg zur Arbeit dabei. Am Freitag morgen ging es dann allderings wieder los Richtung Bautzen (zwischen Dresen und der Polnischen Grenze). Dort wollte ich Jürgen Mayer treffen und an der Pressekonferenz der Dakar teilnehmen. Ein Trip der sich bis auf die Eignungsprobe der LC8 kaum gelohnt hat weil unterwegs auch noch unsere Redaktionskamera den Geist aufgegeben hat.  :-(.

Das FAT Treffen war allerdings ein riesiger Erfolg! Wir sind noch immer ganz angetan. Nicht nur die Location sondern ganz besonders die vielen vielen super netten Menschen haben uns sehr beeindruckt!

Zurück zur LC8 ... 4 Stunden 30 Minuten Autobahn vom feinsten. Gas - Bremse - Gas - Bremse und je weiter ich kam desto länger wurden die Vollgasetappen. Allerdings habe ich mich dann irgendwann auf eine wirkliche Dauergeschwindigkeit von 160 km/h eingeschossen. Dabei dreht der V2 ganze 6.000 Umdrehungen. Nicht viel für einen Kurzhuber!

Um zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein war der Freitag Nachmittag, Abend und folgende Morgen voll von Heizerei. Insgesamt 300 km bin ich auf diese Weise durch diese Gegen geörgelt ... nur um ein paar Bilder zu erhaschen!

Noch am Samstag Nachmittag ging es dann wieder auf die Autobahn, zurück auf die Burg zu Lissberg. Zwei Tage Gas mit insgesamt 1.200 km ... eine wirkliche Belastungsprobe die diese LC8 mit Bravur bestanden hat.

 

6.500 km

13.6.03

Zum Traveller Treffen von Touratech bin ich am Freitag nach Chateau Arnoux gefahren. Dort einige runden gedreht und wieder zurück bedeutet ca 2.200 km für diese Tour. Die LC8 hat auch diese Prüfung mit Bravur bestanden.

Leider gab es eine Stelle an der die Beine des Fahrers einfach zu kurz wurden. Der resultierende Umfaller bzw. einmal links und zweimal rechts wären fast spurlos an der großen KTM vorbeigegangen wenn da nicht meine Stiefel gewesen wären.

Na ja, wieder ein paar Kratzer! Was solls, sie ist kein Ausstellungsstück und soll zeigen was in Ihr steckt. Beeindruckend war die Talfahrt auf einem engen Schotterweg der sich in Serpentinen ins Tal schlängelte. Trotz der MT90 hielt die LC8 erstaunlich gut, war einfach um die engen Spitzkehren zu bewegen, wenn auch oft am Lenkanschlag.

Die Technischen Notizen dieser Tour sehen recht dünn aus. Bei vollast von über 5 - 10 Minuten Dauer, so bei 6.000 - 7.500 Umdrehungen, fängt der V2 an Öl zu fressen. Die Heizerei hat sich bei leicht befahrener Autobahn, mit einigen Bremsmanövern zwischen Pforzheim und Freiburg abgespielt. Notiz: bei 7.500 Umdrehungen im 6. Gang läuft die 950 Adventure S ca. 200 km/h laut Tacho.

Den rest des Tages lief die Dicke so zwischen 5.000 und 6.000 Umdrehungen. Da ich aber immer sehr beherzt am Gasgriff gedreht habe lag sie damit bei so ca. 7,5 - 8 Litern Verbrauch.

Ärgerlich war das mir auf dem Weg nach Frankreich auffiel das der Hauptständer (Zubehör) verbogen ist. Ansonsten gab es noch ein Leck im hinteren Reservoir für Bremsflüssigkeit. Nach dem die Schrauben im Deckel einmal neu angezogen wurden war auch das kein Problem mehr. 

 

4.900 km

28.5.03

In den letzten Tagen bin ich viel mit der 950 Adventure ins Büro gefahren. Für die LC8 bedeutet das 15 - 20 Min. Fahrt im Stadtverkehr. Dabei läuft sie nicht viel heisser als bei normaler Fahrt. Die Wassertemperatur schwankt nur wenig. Vor allem ist der Motor sehr schnell auf Betriebstemperatur. 

Trotz meiner kurzen Beine ist die Österreicherin auch im Stadtverkehr angenehm zu fahren. Aufgefallen ist das die Kupplung seit neuestem in kaltem Zustand rutscht. 

Der Schlag im Vorderreifen ist weiterhin spürbar und nervt total! Das blöde ist das ich jetzt diesen interessanten Reifen auf meine Schlag Liste setze. Bisher habe ich ähnliche Erfahrungen nur mit dem Continental TKC80, Bridgestone TrailWing 101 machen müssen. Was für ein Zustand das man sich als Motorradfahrer von der Reifenindustrie erzählen lassen muss das sie auch im 21. Jahrhundert nicht in der Lage sind einen wirklich runden Reifen zu produzieren!

Das verschlucken der Vergaser macht sich jetzt auch bei dieser LC8 bemerkbar. Allerdings scheint dieses Problem sowie das Konstantfahrruckeln Wetter abhängig zu sein. Während der letzten, wärmeren Tage gab es kein verschlucken und kein Konstantfahrruckeln!

 

2.200 km

17.5.03

Kurz nach dem abholen aus der ersten Inspektion fahren wir zum Bikerfest vom TÜV in München. Als ich auf das Gelände des TÜV in der Ridlerstrasse einbiege blinkt die Temperaturanzeige und auch die rote Kontrolleuchte. Eine ziemliche Lightshow ... [BERICHT]

1.580 km

16.5 - 17.5.03

Erste Inspektion: Wie mit meinem Händler vereinbart kommt die Gute LC8 nun nach 1.530 km zur ersten Inspektion. 

Wie wir in unserer allgemeinen Mängelliste bereits erfasst haben werden wohl insgesamt 12 leichte Mängel nach Werksangaben behoben. Um die besorgten Ingeneure in Mattighofen zufrieden zu stellen hat jeder Händler die ersten ausgelieferten Motorräder fast vollständig zerlegt.

Dinge wie die Halterungen für die Bremsleitung auf der Schwinge wurden geprüft und gegebenenfalls neu montiert. Der Kupplungskorb wurde vermessen um sicher zu stellen das es keine Abweichungen in Material bzw. Verschleiss gegeben hat.

Das Resultat: Keine besonderen Vorkommnisse!

Zu den von mir beanstandeten Mängeln:

BESCHREIBUNG

LÖSUNG

Vorderreifen: 
     Falschmontage - Schlag

Durch Händler:
    Reifen wurde neu montiert!

Gabel leicht verdreht
         (ok ok ich bin pingelig)

Unter Zeitdruck hat der Händler diese Aufgabe vergessen!

Schalthebel vibriert loose

Durch Händler:
    Mit hochfestem Loctite
    befestigt!

Konstantfahrruckeln

keine ... offen

Öl od. Kühlwasserverlust über linken Tank

Einmaliges Problem! Konnte nicht dupliziert werden!

Alles in allem ein, wie ich finde fantastisches Resultat über die ersten 1.500 km. Eigentlich hatte ich mich auf mehr gefasst gemacht!

 

1.530 km

2.5. - 4.5.03

AT-Stammtisch München Ausfahrt nach Slowenien [REISEBERICHT]

Sie schnurrt traumhaft. Der Motor selbst recht leise und unscheinbar bis man etwas am Gashahn dreht. Ab ca. 1.000 KM Laufleistung habe ich wie in den AB-Einfahrrichtlinien beschrieben schon etwas mehr Gas gegeben. Wahnsinn ... [BERICHT]

1.450 km

2.5.03

Montage des AdventureBike Dekorkits.
(Die Vorführmaschine von Paul’s Endurokeller wird identisch beklebt.)

Das Gespräch mit Hans Obermeier vom EnduroKeller zeigt das der Vorderreifen falsch montiert wurde, daher der spürbare Höhenschlag. Auch die Gabelbrücken können wir nicht mehr rechtzeitig ausrichten, daher müssen diese Arbeiten bis zur ersten Inspektion warten.

 

289 km

1.5.03

Erste Überlandfahrt mit der ganzen Familie.

Wir fahren mit beiden Kindern verteilt auf die große und die kleine Adventure nach Holzkirchen um die AT Stammtisch Vorhut nach Slowenien zu verabschieden. Wir können leider erst morgen nachmittag abreisen.

Langsam betrachte ich die Adventure wie ich jedes andere Motorrad auch betrachte und folgende Punkte fallen mir auf:

  • Während der ersten jungfräulichen Kilometer riecht sie ein wenig, der Qualm den wir bei der Vorführmaschine beobachten konnten bleibt bei meiner orangenen jedoch aus.
  • Die Sitzbank ist hart und die Kanten bohren sich in meinen Hintern. Ob das auf der langen Fahrt morgen besser wird?
  • Gabelbrücken sind leicht verdreht ... kein Problem allerdings hätte soetwas in der Qualitätskontrolle auffallen sollen. Die Einstellung besteht aus 8 Schrauben und etwas Feinjustierung. Kann bis zur ersten Inspektion warten.
  • Auf der Autobahn fällt mir ein Höhenschlag im Vorderreifen auf.

Jeder Kilometer begeistert denn die LC8 bestätigt fast alles was ich mir an Eigenschaften erhofft hatte. Allerdings fahren wir den Motor streng nach unseren eigenen Vorgaben ein. [MEHR]
Entgegen der Erfahrungen unseres ersten Vergleichstests in dem wir durch die ständige Wechselei zwischen Motorrädern zu wenig Zeit mit jeder einzelnen Maschine verbrachten lässt sich die LC8 sehr wohl mit Gefühl bereits ab 3.000 - 3.500 Umdrehungen fahren. Allerdings nur mit Gefühl. Zu diesem Zeitpunkt können wir kaum Aussagen zu Fahrwerk oder Motor machen denn die ersten 500 KM plane ich wie auf rohen Eiern zu fahren.

 

 

150 km

29.4.03

Übergabe und Erstzulassung. 
Unser Händler: Paul’s EnduroKeller - München.

Nach jahrelangem Warten habe ich endlich das “optimale” Motorrad ... ich kann es kaum glauben.
Mängel kann ich keine feststellen, unter anderem weil das Flattern im Bauch und der Drang das Ding endlich zu fahren mich langsam überwältigen. Gabi, meine Frau, sieht das alles ganz gelassen denn Ihr gefällt das kantige Design nicht so gut. In einem Punkt sind wir uns einig: Die “orangene” gefällt uns nicht nur wegen der zusätzlichen 3,5 cm Höhe, sondern auch wegen der Farbe besser. Das Orange mit Metallic Effekt schimmert golden in der Sonne. Leider kommt der Effekt auf Fotos nicht durch (jedenfalls jetzt noch nicht).

 

0 km

Das Leben einer LC8

© AdventureBike - selectCOM - E.S. - 2001 - 2004

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enduroabenteuer Ausgabe 4 - 2004
TITEL-mt-02-2005-120breit

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Seit September 2005 haben wir leider die Weiterentwicklung von AdventureBike eingestellt. Der Grund für diese Entscheidung liegt im chronischen Zeitmangel.

Für das Interesse, Vertrauen und unermüdliche aufrufen unserer Seiten möchten wir uns bei Ihnen unseren Lesern bedanken. Es freut uns an dieser Stelle verkünden zu können das über
1.000.000 Besucher sich die Zeit genommen haben hier vorbeizuschauen.

Bis auf weiteres wird AdventureBike von der Firma selectCOM weiter Betrieben, jecoch nicht weiterentwickelt.

Gruß

Ernst Südmeyer

 

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