AdventureBike - Do it yourself
Wie Baue ich, mit wenig Geld, das Motorrad für meine Abenteuer selbst?
Ein Bericht von Carlo Albrecht über seine kostensparenden Umbauten.

Die meisten Reiseenduros von der Stange sind auf Reisen zwar keine schlechten Begleiter, doch umso weiter man den Einsatz von Reise auf Enduro verschiebt, desto schwächer wird die Eignung dafür. Nähert man sich von der Hardenduro in Richtung Reise, so spürt man schon recht bald deren mangelnde Tauglichkeit für lange Strecken. Sind die Reisedampfer zu schwer und haben zuwenig Bodenfreiheit und Federweg, so nerven „die Harten“ durch unbequeme Sitzgelegenheiten, geringe Zuladung und zu kurze Wartungsintervalle. Mein Ziel war es, mit möglichst geringen Mitteln die Vorteile der beiden Gattungen zu verschmelzen und die Nachteile möglichst zu eliminieren.

Das Beste von zwei Welten

Basis war eine Honda Transalp, Baujahr 1994. Die Schwächen der Maschine lagen im Bereich des Fahrwerks, aber auch das Gewicht könnte geringer sein. Um es gleich vorneweg zu nehmen, am Gewicht hat sich nichts positiv geändert. Die Maschine ist aber im hier vorgestellten „Fernreisetrimm“ immer noch tauglicher für „Abenteuer“ als viele ihrer zweizylindrigen Schwestern.

Als Vorteil legt die Transalp einen langlebigen und vibrationsarmen Motor in die Waagschale, der Dank Doppelzündung auch schlechten Sprit verträgt. Die Verkleidung bietet guten Windschutz und die Sitzergonomie erlaubt lange ermüdungsfreie Etappen. Die Stückzahlen und das Baukastenprinzip wiederum sorgen für eine gute Ersatzteilversorgung und günstige Umbaukosten.

Im Regal eines Gebrauchtteilehändlers fand ich den Tank der größeren Schwester Africa Twin RD04. Mit einem Fassungsvermögen von 24 Litern bietet er 6 Liter mehr Volumen als das Original. Das ist zwar nicht sehr üppig, bringt aber über 100 Kilometer mehr Reichweite, natürlich abhängig von Fahrweise und Untergrund. Notwendige Arbeiten beschränkten sich auf das Kürzen der Verkleidung und Anpassen der Sitzbanknase. Allerdings verlangt der tiefer geschnittene Tank nach einer Benzinpumpe, die von einer KTM gespendet wurde.

Die Vergrößerung der Bodenfreiheit und des Federwegs verlangten nach umfangreicheren Eingriffen. Vorn kam die Gabel samt Doppelscheibenbremsanlage und Rad einer Africa Twin zum Einsatz. Wegen des größeren Durchmessers von 43 mm (Transalp 41 mm) mussten auch die Gabelbrücken der AT verwendet werden. Hinten brachte der Einbau einer Africa Twin Schwinge Stabilität und, durch den nun längeren Radstand, auch einen besseren Geradeauslauf. Da die Bremsanlage der Transalp nicht zu dieser Schwinge kompatibel ist, habe ich auch die komplette Bremsanlage und das Hinterrad einer Twin montiert. Die zur längeren Gabel passende Höhe des Hecks, wurde durch die Verwendung des Umlenkhebels vom Modell RD04 realisiert. Ein voll einstellbares Federbein von Technoflex übernimmt Federung und Dämpfung der Hinterhand.

Der originale Kunststoff-Motorschutz musste einem stabileren Schutz aus Aluminium von SW-Motech weichen. Sturzbügel und Gepäckträger sind von Hepco + Becker, am Lenker sind umlaufende Handschützern von Acerbis montiert. Weil es beim Reisen auch mal kalt sein kann, habe ich auch heizbare Griffe von Daytona angebracht.

Die Änderungen im Cockpit sind eher Spielerei als notwendige Attribute für eine Reise. Deshalb erwähne ich sie hier nur kurz. Das originale Cockpit wurde komplett entfernt und dafür ein elektrisch betriebener Roadbookhalter und eine IMO100R300 von Touratech montiert. Zusätzlich habe ich noch zwei Instrumente (VDO/Equus) montiert, um Wasser- und Öltemperatur ständig im Blick zu haben Für eine Reise ist da schon die Anbringung eines GPS-Gerätes interessanter. Es leistet nicht nur bei der Navigation prima Dienste, man kann auch bequem und automatisch den Tourverlauf aufzeichnen lassen und am heimischen PC auswerten. Beim GPS-Halter vertraute ich auf die Touratech-Qualität. Für einige GPS-Modelle gibt es sogar speziell gedämpfte Versionen, die alle Vibrationen, egal ob vom Motor oder von der Straße kommend, fast vollständig eleminieren

Text & Fotos: Giancarlo Albrecht    carlo@adventurebike.de

Umbau Kosten:

Beschreibung

Tank & Benzinpumpe

150,00

Gabel, Bremsanlage, Vorderrad

800,00

Schwinge, Bremsanlage Hinterrad

300,00

Federbein

800,00

Weitere Angaben:  www.reiseenduro.de/adventure-enduro/motorrad/transalp/

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enduroabenteuer Ausgabe 4 - 2004
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