Firmengeschichte
Stand Jan. 2003
Über die Marke Cagiva ist wenig Information zu beschaffen. Da es uns bisher nicht möglich war Informationen aus erster Hand, sozusagen vom Werk zu beschaffen haben wir uns aus verschiedenen Fragmenten die wahrscheinlichste Geschichte zusammengesetzt.
In den frühen 80er Jahren wurde Cagiva von den Brüdern Castiglioni als bestandteil des MV Augusta Konzerns gegründet. Die Idee war eine Avantgardistische Motorrad Marke aus dem Boden zu stampfen. Hochwertiges Italienisches Design in Verbindung mit edelsten Komponenten sollte zum Erfolg führen. So verbaute man beispielsweise Motoren von Ducati oder auch einige der ersten USD Gabeln von Showa.
Die Strategie aus Konzernsicht war einfach. Ducati
machte Verluste im Motorradgeschäft und enorme Gewinne im Motorenbau. Die Schlussfolgerung: Man wollte Ducati als Motorenlieferanten aufstellen während Cagiva gerade im Off Road Segment dominieren sollte.
Um die beachtlichen Grand Prix Erfolge von Ducati weiter zu führen sollte die ehemals glanzvolle Marke MV Augusta aus Ihrem Dornrösschen Schlaf geweckt werden.
In 1984 wurde auf der Mailänder Messe die erste Elefant vorgestellt. Sicherlich eine Anlehnung an die erfolgreiche XLV 750 von Honda. Ein Jahr später bestritt man bereits mit einem Werksteam die Dakar.
Dakar Erfolge:
Es folgten unzählige Auftritte und auch einige Erfolge in den Wüsten Africas. Als aber die Japanischen Hersteller in den frühen 90er Jahren die Bühne der Dakar verliessen folgten die Italiener.
1990
1. Platz Edi Orioli
3. Platz De Petri
1992
2. Platz Laporte
3. Platz Arcarons
1994
1. Platz Edi Orioli
2. Platz Arcarons
Die Elefanten in 750er und 900er Motorisierung konnten einerseits begeistern, andererseits auch viel Leid Ihrer Besitzer verursachen. Nicht nur die oft mangelhafte Verarbeitung sondern auch die oftmals unmögliche Versorgung mit Ersatzteilen trieb so manchen Besitzer zum Verkauf seines besten Stücks.
Nach der Elefant kam die etwas zivilere Version, die GanCanyon. Ein ausgesprochen schönes Motorrad das auch von der Fachpresse hoch gelobt wurde. Dennoch kam schon in 2000 der Nachfolger, die Navigator.
Der Grund: In 1997 hatte man Ducati verkauft und somit wurden die Geschäftsbeziehungen zur ehemaligen Schwesterfirma und Motorenlieferanten problematisch. Im Jahr 2000 kam dann der Modellwechsel zur Navigator.
Das Image von Cagiva hat durch Qualitätsprobleme und Schwierigkeiten bei der Ersatzteilversorgung so stark gelitten das die Situation für den Konzern als verfahren gelten muss. Aus den großen Plänen der Achziger ist ein Unternehmen geworden das noch in 2002 von Piaggio übernommen werden sollte. Aber auch daraus wurde nichts.
Eigentlich hätte dies die Einleitung eines Insolvenzverfahrens bedeuten müssen aber Claudio Castiglioni konnte in letzer Minute mit Hilfe von bislang unbekannten Investoren einen erneuten Aufschub erwirken.
Es bleibt offen wie es mit dem Traditionsunternehmen MV Augusta weiter geht.
Ernst Südmeyer Jan 2003
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