Donnerstag 10.1.02 - Etappe 12 - TICHIT / TICHIT
Foto: Herbert Schwarz

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Verbindungsstrecke |
0 km |
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Spezialwertung |
450 km |
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Verbindungsstrecke |
0 km |
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GESAMT |
450 km |
Die letzte Nacht begann schon mit sehr starkem Wind. Immer wieder regnete es und es schien als könne die Sonderprüfung nicht stattfinden. Gegen morgen wurde es aber wieder etwas besser und alle verbliebenen Teilnehmer konnten wieder los.
Gilles Algay

Bei den Motorrädern waren es gerade mal noch 62 Starter. Im Laufe des Tages beschloss deshalb der Veranstalter, allen, die noch nicht vom Vortag zurück waren, eine zweite Chance zu geben. Wer also heute bis 18 Uhr in Tichit eintrifft darf morgen wieder auf die Reise obwohl er eine Ganze Etappe ausgelassen hat.
Bis zur
ersten CP war die Strecke recht gut zu fahren. Aber ein leichter Sandsturm kam auf, wurde immer stärker und bis zur CP 2 war dann die Sichtweite auf unter 200 Meter gesunken. Erschwerend kamen immer wieder lange Strecken mit
Kamelgrashügeln dazu. Der heutige Tag musste ohne GPS gefahren werden. Zwar hatten alle Teilnehmer ihr GPS-Gerät dabei aber wenn es über einen Code aktiviert wird, bekommt der Teilnehmer eine Strafzeit von 6 Stunden aufgebrummt.
Gilles Algay

Von CP 2 nach CP 3 gab es genau ein Bild im Roadbook. 232° und 170 Kilometer diesen Kurs halten. Gilles hatte eine goldene Hand und erreichte den Punkt genau. Michael musste längere Zeit suchen.
Unsere zwei verbliebenen Fahrer kamen beide noch vor Sonnenuntergang ins
Gilles Algay

Ziel.
Michael Griep

Zwei Stunden nach Sonnenuntergang erreichte auch Didier noch Tichit. Da er aber sein Motorrad mit defektem Motor (er hatte die Serienausführung mit 34kw / 50 PS im Einsatz) auf den Lumpensammler-LKW verladen musste kann er Morgen leider nicht weiter nach Dakar starten.
Der Sandsturm verstärkte sich im Laufe des Abends noch so sehr, dass das Biwak abgebaut werden musste. Jetzt hoffen alle, dass es morgen beim Start zur zweiten Marathon-Etappe wieder weniger stark windet.
Freitag 11.1.02 - Etappe 13 - Marathon-Etappe
TICHIT - KIFFA - DAKAR
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Im Laufe der Nacht hat sich der Sturm gelegt. Ein ausdauernder Landregen geht über Mauretanien nieder. Den ganzen Weg nach Kiffa, dem Zwischenziel der zweiten Marathonetappe hat es nicht mehr
aufgehört zu regnen. Die Wüste wird in den nächsten Tagen aufblühen. Ein Segen für die Bevölkerung, aber ein Fluch für die Teilnehmer.
Michael Griep beim tanken

Hier in Kiffa hat es vor fünf Monaten das letzte Mal geregnet. Im Januar ist hier Regen sehr selten. Eine Dakar-Rallye hat es noch nie erwischt.
Die Ankunft der ersten Motorradfahrer wurde für 14 Uhr angekündigt. Um 15 Uhr war noch kein Fahrer im Ziel.
Viele konnten schon die erste Zeitkontrolle nicht finden. Diese war heute nicht im Roadbook vermerkt und irgendwo auf der Strecke versteckt. Viele Fahrer merkten erst bei der nächsten CP, dass sie wohl doch an der Kontrolle
vorbei gefahren waren. Unsere Fahrer haben leider auch bei der Suche nach der Zeitkontrolle fast zwei Stunden verloren. Aber ohne das Passieren dieser Zeitkontrolle hätten sie zwei Stunden Strafzeit bekommen. Als gegen 16 Uhr die
ersten in Kiffa ankommen hat es immer noch nicht aufgehört zu regnen.
Gilles Algay

Im Ziel der ersten Hälfte der 13. Etappe
So wie die Rallye dieses Jahr in Frankreich begonnen hat so scheint sie auch auf der vorletzten Etappe entschieden zu werden: im rutschigen Matsch und im nassen Sand.
Als Gilles ins Ziel kommt ist es schon dunkel.
Michael kommt noch etwas später an. Aber jetzt geht es bei unseren Fahrern um den Schlaf. In acht Stunden müssen sie den zweiten Teil der Marathon-Etappe in
Angriff nehmen. Das geht ohne Schlaf nicht.
Michael Griep

Im Ziel der ersten Hälfte der 13. Etappe.
Didier, der gestern aufgeben musste kümmert sich um den Service.
Unsere Autos und der LKW können nicht nach Kiffa kommen. Die Strecke, die für die Service-Fahrzeuge vorgesehen war, ist einfach zu lang. Ein Anruf von Yvon bestätigt dies. Als die Nacht kam hatte er gerade 120 Kilometer geschafft und viele Probleme mit seinem Auto. Auch der LKW ist nicht ohne Probleme unterwegs. So werden unsere Motorräder ohne Service nach Dakar fahren.
Heute um 23:00 müssen sich Michael und Gilles wieder auf die Motorräder schwingen, um den 2. Teil der Marathon-Etappe zu bewältigen: 1011 km. ... Wir drücken ganz fest die Daumen!!!!
Samstag Teil 2 der Marathon Etappe
KIFFA - DAKAR
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Unsere Fahrer mussten schon nach knapp zwei Stunden wieder auf die Strecke. Der Zweite Teil der Marathon-Etappe wartete. Gilles hatte gerade sein Zelt aufgestellt und baute es dann murrend wieder ab. Um 23 Uhr mussten unsere zwei Fahrer auf die lange Strecke von 1011 Kilometern nach Dakar.
Kein großer Spaß bei dem starken Regen und der langen Strecke die noch vor ihnen lag. Doch was soll es. Jetzt müssen die Motorräder schonend zum Ziel gefahren werden.
Für Michael kam noch erschwerend hinzu, dass er auf dem ersten Teil der Etappe seinen vorderen Kotflügel verloren hatte. Jetzt spritzt ihm Alles direkt ins Gesicht.
Die Sonderprüfung verlief ruhig und ohne große Probleme. Am späten Nachmittag dann endlich, nach fast 36 Stunden, war dieser härteste Teil der Dakar vorbei. Keine weiteren Probleme an den Motorrädern und glückliche, aber erschöpfte Fahrer in Dakar.
Begrüßungskommitee für Gilles Algay

Gilles wurde von einem Begrüssungskomitee aus der Heimat empfangen und schon einmal gebührend bejubelt. Zur Stärkung wurde ihm zuerst einmal Käse aus der Heimat angeboten.
Begrüßungskommitee für Gilles Algay

Jetzt morgen noch die Runde um den Lac Rose überstehen und dann richtig ausspannen.
Die Dakar 2002 war alles in allem bisher wesentlich härter als anfangs zu vermuten war. Zwar waren die Etappen dieses Jahr kürzer als sonst, dafür aber wesentlich anspruchsvoller zu fahren.
Sonntag 13.1.02 - Etappe 14 - DAKAR - DAKAR
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Verbindungsstrecke 38 km Spezialwertung 31 km GESAMT 69 km
Sie haben es geschafft! Von hier aus herzlichen Glückwunsch!
Gilles Algay auf dem Podium am Lac Rose.

Er belegte den 26. Rang im Gesamtklassement.
Gilles auf dem Podium am Lac Rose.
Die Sonderprüfung ergab keine Veränderungen im Klassement mehr. Gilles konnte als 26. auf´s Podium und Michael beendete die Dakar als 29.
Die Stimmung im Team hat sich vor der letzten Etappe um den Lac Rose sehr entspannt. Die Motorräder wurden nochmals in der Nacht kurz durchgecheckt. Unser LKW war gestern endlich um 22 Uhr eingetroffen. Viel war aber nicht zu tun, und so konnten Steffen und Wolfgang nach ihrer über 30 stündigen Fahrt endlich mal wieder etwas schlafen. Auch Yvon kam im Laufe der Nacht in Dakar an. Ein Turboladerschaden an seinem Kia hatte ihn wertvolle Stunden gekostet.
Wir können jetzt nach diesen Tagen der harten Arbeit, nach der Zeit der Hoffnungen und Enttäuschungen sagen, dass zwei unserer Motorräder Dakar erreicht haben. Von den, in Arras gestarteten 168 Fahrern kamen insgesamt 52 in Dakar
in Wertung an. Das ist weniger als ein Drittel. Die extremen Etappen nach dem Ruhetag haben ihren Tribut gefordert. Nur ganz wenige wirkliche Privatfahrer, die ohne Team auskommen mussten, haben DAKAR erreicht.
Michael Griep auf dem Podium

Er belegte den 29. Rang im Gesamtklassement.
Nach unserer Rückkehr nach Europa werden wir sehr schnell unsere Leistungen analysieren um dann bald zu entscheiden, wie es weitergehen kann.

An dieser Stelle möchte sich TOURATECH noch einmal herzlich bei den Sponsoren für die Dakar 2002: ELKAMET, CASTROL, RK/EXCEL und Magura bedanken. Ohne die Unterstützung dieser Unternehmen wäre der Einsatz nicht möglich gewesen.
Zwei Gewinner und ein Pressemensch!


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