Montag, 7.1.02 - Etappe 9 - ATAR / ATAR
Gilles Algay

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Zitat Herbert Schwarz: "Bin heute schon um 6:30 Uhr mit Allain und David in die Sonderprüfung gefahren. Interessante Sache in einem umgebauten Nissan Patrol hinten zu sitzen. Eingeklemmt in einen Rallyesitz und mit Hosenträgergurten gesichert ging es auf die 40 Kilometer lange Strecke in die Dünen. Kurz vor einer kleinen, gemütlichen Ortschaft haben wir uns dann einen Platz zum Fotografieren gesucht."
Francois kam schon ein paar Startnummern früher als eigentlich nach der Startreihenfolge vorgesehen. Er hatte also einige Plätze gut gemacht und war sportlich unterwegs.
Michael und Gilles waren flott unterwegs, aber Didier kam und kam nicht. Als schon ein paar Autos durch waren kam er endlich,
Francois Flick
gut gelaunt, angeschossen. Er hatte einen Defekt an der hinteren Nabe: der Kettenblattträger war gebrochen und er musste erst mal reparieren: mit Hilfe einfachster Mittel hat er das Kettenblatt blockiert. Dabei hat er knapp
über eine Stunde verloren.
Gilles Algay

Die Fahrer des TOURATECH Teams sagen, dass es eine der schönsten Landschaften der Dakar 2002 sei, allerdings gibt es kaum Zeit die Gegend zu geniessen.
Alle waren relativ schnell unterwegs, besonders Gilles mit seinem gerade zusammenwachsenden Schlüsselbein zeigt eine super Leistung.
Didier Py
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Dienstag 8.1.02 - Etappe 10 - ATAR / TIDJIKJA
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Es folgt ein Bericht von Herbert
Bis jetzt, 21:42 Uhr, gibt es noch keine weiteren neuen Nachrichten:
13:00 Ein etwas chaotischer Tag für mich. Erst mussten wir unser Flugzeug wechseln und damit alles Gepäck umständlich in der Kabine unterbringen und dann kam gleich die Hiobsbotschaft,
Michael Griep bei der Vorberitung des Roadbooks.

Abzweige und gefährliche Stellen werden farbig markiert, damit sie während der Fahrt beim Lesen des Roadbooks sofort ins Auge fallen.

Anmerkungen, Änderungen und Hinweise aus dem "briefing", der abendlichen
Besprechung des Roadbooks für den nächsten Tag werden ebenfalls dick in das Roadbook eingetragen
dass Francois kurz vor der CP1 ausgefallen ist. Leider ist bisher noch nicht durchgedrungen, welcher Art seine mechanischen Probleme waren. Die anderen Fahrer konnten ihm anscheinend nicht helfen denn sie sind an der CP1 vorbeigekommen.
Francois Flick
Schade um Francois. Er hatte immer wirklich gute Laune uns ließ sich auch durch die Probleme der Anderen nicht aus der Ruhe bringen.
Hier in Tidjikja ist es sehr warm und es ist ein Ort, in dem wirklich gar nichts los ist.
Ich habe nach der Landung gleich mal die Duschen getestet. Es handelt sich dabei um vier in den Boden gerammte Äste, die eine Fläche von ca. einem Quadratmeter einzäunen. Die Wände sind aus alten Reissäcken gemacht. In
diesen "Duschen" hat man dann die Möglichkeit sich mit einem Eimer Wasser zu waschen.
Duschen der Dakar
Jetzt sitze ich frisch gewaschen im Pressezelt und warte auf Nachrichten von der Strecke. Mal schauen wann unser
LKW und die zwei PKW ankommen. Wenn alles geklappt hat, dann sind sie heute um vier Uhr gestartet. 15:09 Die ersten Fahrer kommen im Camp an. Von unseren
Fahrern gibt es noch keine Neuigkeiten. Die Datenübertragung von den CPs klappt im Moment nicht. Ich melde mich nachher mit neuen Bildern und mehr Neuigkeiten wieder"
Pressedienst:

Herbert Schwarz
Zweiter Bericht von heute, 23:30 h:
Michael ist heute ca zwei Stunden vor Sonnenuntergang angekommen. Die Anstrengung war ihm ins Gesicht geschrieben. Die Etappe war eine ganz böse Sache für ihn. Tiefer Sand und viele zerfurchte Dünen. Dazu ab Kilometer 250 ein
stotternder Motor. Michael dachte zwischendurch ans Aufgeben, hat dann aber doch durchgehalten.
Michael Griep
Zitat: "Das waren die 250 gefährlichsten Kilometer meiner Motorradkarriere"
Er meinte damit, mit einem Motor zu fahren, bei dem man nie wusste wann er die nächsten Aussetzer hat und wann er plötzlich wieder mit voller Kraft kommt. Das alles mitten in den Dünen und in steinigen Flussbetten.
Bei der Fehleranalyse hat unser Computer heute Abend dann Probleme des Drosselklappenpotentiometers und der Benzinpumpe diagnostiziert. Beides wird jetzt getauscht.
Bei Gilles gab es auch ein paar kleine Probleme mit dem Getriebe. Dieses wird auch heute noch repariert.
Duschen der Dakar

Nur Didier ist ohne Defekte ins Ziel gekommen. Allerdings erst kurz vor Einbruch der Nacht. Im Gegensatz zu vielen anderen Fahrern hat er es gerade noch geschafft. Er war glücklich, aber abgekämpft.
Dann gibt es da noch die Geschichte von Francois. Er ist schon vor der ersten CP mit einer defekten Schwinge ausgefallen. Diese Schwinge ist unser grösstes Problem bei der Dakar.
Trotz umfangreicher Tests in Zusammenarbeit mit einer Fachhochschule ist sie anscheinend nicht für die Anforderungen der Dakar geeignet. Hier werden wir schnellstens reagieren müssen. Bei der Rallye werden jetzt vorsichtshalber die Schwingen nach jeder grossen Etappe gewechselt.
Mittwoch 9.1.02 - Etappe 11 - TIDJIKJA / TICHIT
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Gestern war eine sehr schwere Etappe. Heute wurde das Ganze nochmals verschärft. Die Besten kamen zwar schon um 15:00 im Etappenziel Tichit an, aber nach den ersten 4 Fahrern kam lange niemand.
Gilles Algay
Tichit ist eine kleine, ziemlich verfallene Oase, von vielen Palmen, einem Felsabbruch und hohen Dünen eingerahmt im Südosten von Mauretanien.
Die Etappe bestand zum größten Teil aus weichem, sehr verspurten Sand, Dünen und Sandfeldern, die mit Kamelgras überwachsen sind. Speziell diese Kamelgraspflanzen sind sehr heimtückisch. An jeder
Pflanze sind kleine bis mittelgroße, feste Sandverwehungen. Das ist dann bis zu einem Meter hoch aber meist nur ca ein bis zwei Meter im Durchmesser. Die Fahrt wird so zu einer Slalomfahrt
um diese Büsche. Erwischt man einen, so schanzt man sich eventuell in den Sand. Ist man aber zu langsam, so riskiert man einzusanden. Es gilt die ideale Geschwindigkeit zu finden. Auf einer
so langen Stecke ist das nahezu unmöglich. Jeder Fahrer hat damit so seine Probleme.
Gilles Algay
Bis zum Sonnenuntergang waren noch nicht einmal 30 Fahrer im Ziel. Einziger Fahrer von TOURATECH war Gilles.
Er erreichte zwei Stunden und 38 Minuten nach Nani Roma den Endpunkt des heutigen Tages. Abgekämpft, aber glücklich. Durch Benzinmangel hat Gilles leider knapp zwanzig Minuten verloren. Mit dem Motorrad gab es keine Probleme.
Michael ist um 19:00 ebenfalls angekommen,
zum Glück auch unsere zwei Pkw mit Yvon, Guy und Laurent.
Didier Py
Michael sagt, dieser Tag war noch heftiger, als der gestrige. Aber sein Motor lief wieder einwandfrei, nur etwas mehr Leistung hätte er sich wohl gewünscht.
Jetzt warten wir noch auf Didier, der unterwegs mit hohem Ölverbrauch gekämpft hat.
Text und Fotos: TOURATECH AG

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