OPTIC 2000 mit AfricaTwins
Der AfricanQueens Erlebnisbericht über die Optic2000 in 1999

Stephan Jaspers
Foto: AfricanQueens

Bei der Tunesienrallye OPTIC2000 von 1999 setzte die Firma AfricanQueens aus Geisenhausen zwei umgebaute AfricaTwins ein. Mir wurde die Ehre zuteil, eine der beiden Maschinen zu fahren. Nach acht Sonderprüfungen auf Sardinien und in Afrika erreichten „meine Twin“ und ich glücklich das Ziel auf der Insel Djerba.

Die Modifikationen

Die wesentlichen Umbaumerkmale der Rallye-Maschine zur Serien RD07 liegen im verborgenen, nämlich im getunten Motor (Stufe 2), der nun fast 70 PS an Hinterrad liefert. Das Fahrwerk wurde mit einem Öhlins-Federbein und einer 50er Marzocci-Gabel optimiert. Das 17-Zoll Serienhinterrad wurde aus bereifungstechnischen

Foto: AfricanQueens

Gründen mit Hilfe einer Cagiva Felge auf 18-Zoll umgebaut bei der sich im Laufe der Rallye and einer Maschine noch einige Probleme am Radlager ergaben. Die Verkleidung, der Motorschutz sowie die beiden Hecktanks für Wasser und Benzin (jeweils 8 Liter) wurden nicht wie im Haus Jaspers üblich aus GFK, sondern aus Kevlar Carbon gefertigt. Das material hat sich während der Rallye als stabil und leicht zu reparieren erwiesen.

Sand macht AT durstig

Foto: AfricanQueens

Das Fahrverhalten der Twin wird durch den bärenstarken Motor beherrscht der nun zwar gedreht werden möchte aber mit einem beachtlichen Durchzug belohnt. Der Verbrauch bei reinen Sandetappen war jedoch mit 15-18 Litern deutlich zu hoch. So musste trotz 30 Liter Gesamtvolumen nach 150 Kilometern mit dem Spritvorrat gehaushaltet werden. Dafür macht es aber wiederum sehr viel Spaß, auf einem der flachen und schnell zu befahrenden Salzseen diverse KTMs hinter sich zu lassen. Auf den knüppelharten, steinigen Pisten der OPTIC konnte die Marzocci Gabel nur teilweise überzeugen. Das hohe Eigengewicht der AfricaTwin ließ es nicht zu, wie vergleichsweise mit einem Einzylinder über die Steine zu fliegen. Ausserdem wurde das ansonsten gute Ansprechverhalten der Gabel mit einem minimierten Lenkeinschlag durch die großen Gabelbrücken bezahlt. In kniffligen Dünenpässen ließ sich nur mit trialähnlicher Fahrtechnik ein Stehen bleiben und damit ein unvermeidliches Einsanden vermeiden.

Foto: AfricanQueens

Defekte Benzinpumpe

Auf der berüchtigten El-Borma Sandetappe entschied sich die Benzinpumpe alle zehn Minuten auszufallen. Nach fast 20 Pistenstopps bei denen jedes Mal das Teil zerlegt und wieder zusammengesetzt werden musste entschied ich mich an den Start zurückzukehren um nicht irgendwo in den Dünen auf mein letztes Stündlein oder den Besenwagen zu warten. Das brachte mir 15 Stunden Strafzeit ein aber ich konnte die Rallye fortsetzen. Erwähnt muss jedoch fairerweise werden das die pumpe nicht aus dem Hause Honda stammt, sondern von Mitsubishi gefertigt wird. Ansonsten gab es mit der Rallye Twin keine größeren, nennenswerten Probleme während der Rallye. Sie lief, von der Sache mit der Benzinpumpe einmal abgesehen absolut zuverlässig und robust ins Ziel so dass für mich nach Werner Haubold auf WITEC und BMW Werksfahrer Oscar Gallardo auf HPN der dritte Zweizylinderplatz blieb. Mehr waren zum Schluss übrigens auch nicht mehr im Rennen.

Autor: Sven König

Nachtrag aus der AdventureBike Redaktion

Die Teilnahme an der OPTIC war ein Maßgeblicher Test der AfricanQueens Twins um Haltbarkeit der einzelnen Bauelemente zu prüfen. Weitere Verbesserungen der AfricaTwin gibt es seither bei AfricanQueens:

  • Wartungsfreie Unterdruck Benzinpumpe (einzeln oder im kompletten Umbaukitt)
  • Schnellverschlüsse für die Einteiligen Frontverkleidungen
  • Alternative Tank Konfiguration für bis zu 50 Liter Benzin an Bord
  • Motor Tuning bis zu 78 PS
  • 320 mm Federweg am Hinterrad

ES

Optic 2000 in 1999

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