Matthias Meyer auf der Ägypten Rallye 2001

Auf den Spuren der Zaren 
Ein Bericht von Matthias Meyer über seine Teilnahme an der Master-Rallye 2002

Matthias Meyer
auf der Ägypten Rallye 2001

Zur Master Rallye:

Ein Teilnehmerfeld von Motorrad-, Auto- und Truckfahrern aus 38 Ländern bewältigen 6.000 km in 10 Etappen. Die Strecke führte nach dem Start in St. Petersburg Russland, an Moskau vorbei, weiter in Richtung Osten, entlang der Wolga in Richtung Süden nach Volgograd. Danach weiter in Richtung Osten nach Astrakhan Mongolei (Grenze zu Asien) und anschliessend südwestlich nach Krasnodar. Zieleinlauf war Anapa nähe Novosirisk am Schwarzen Meer.

Organisator: Der Franzose Rene Metge ist der Kopf der durchführenden Organisation. In der Sport- und Rallyeszene ist Metge seit Jahren kein unbeschriebenes Blatt mehr. Sein 70köpfiges Team führt mit der Master-Rallye eine hochwertige Veranstaltung durch. Denn auch in 2002 gehörte die Master-Ralleye als Weltmeisterschaftslauf wieder zum FIA & FIM Kalender.

Treffpunkt war in Rostock. Hier trafen am Montag nachmittag alle Fahrer, Assistence, Veranstalter im Hafen ein. Zusammen ging es gegen Abend auf die Fähre. Nach 26 Std liefen wir im Hafen von Hanko in Finnland ein. Bis St. Petersburg waren noch 450 km Autobahn und Landstraße zu bewältigen.

Eine Bemerkung am Rande: Christian Wölfl, Jens Fritsch, Olaf Urbach und ich waren die Einzigen, die mit Ihren Motorrädern bis St. Petersburg gefahren sind.

Der nächste Tag gehörte der technischen Abnahme, Papierkram, Startnummern, Ausgabe der Raodbooks, usw....

 

 

START & 1 Etappe: 
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P.G. Lundmark auf der Master Rallye
Foto: Lundmark

Vom Parc-Feme (technische Abnahme) ging es am nächsten Tag mit einer Polizei-Eskorte zu einem historischen Platz inmitten von St. Petersburg. Dort fanden sich Presseleute, Jouranlisten, Blaskappellen und wichtige Leute aus Russland und St. Petersburg ein, um dabei zu sein, wenn alle Fahrer über die Rampe fahren und jeder Einzelne dabei vorgestellt wird.

Per Roadbook fuhr man die erste Verbindungsetappe 150 km über Landstraßen zur eigentlichen Start der Speziale (Sonderprüfung). 150 km Speziale anschließend nochmal 150km Verbindung bis ins Biwak.

2.Etappe:
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P.G. Lundmark auf der Master Rallye
Foto: Lundmark

Start 7.00 Uhr Heute erwarten uns 250 km Verbindung, 300 km Speziale und nochmals 120km Verbindung zurück ins Biwak.

Die Verbindungsetappen muß jeder Competitor selber mit seinem Fahrzeug zurücklegen ohne Hilfe von seinem Serviceteam. Die Vorgegebene Zeit läßt es jedoch zu, ruhig zu fahren, alle Straßenverkehrsordungen einzuhalten und auch mal am Straßenrand einen kaffee zu trinken. Ein Kaffee (die Russen trinken sehr süßen Kaffee) kostet etwa 3 Rubel. 1 Euro = 30 Rubel

Die Menschen die wir auf der Straße kennengelernt haben, waren trotz der Sprachbarriere einfach Klasse. Sehr, sehr hilfsbereit, lieb und aufgeschlossen. Vielen von Ihnen haben uns zu Kaffee und Schaschlik vom Grill eingeladen.

Während der Verbindungsetappe fing es an zu Regen was speziell uns Motorradfahrer wenig Vergnügen bereitet.  Kamen wir durch Dörfer oder kleine Städte, standen meist hunderte von begeisterten Menschen am Straßenrand und jubelten uns zu. Manchmal wurden wir von größeren Gruppen angehalten, weil diese Autogramme und Unterschriften haben wollten. Alle wollten einmal einen Rallyefahrer anfassen dürfen und sich mit ihm fotografieren lassen.

Es es ist ein tolles Gefühl, so begrüßt zu werden.

Während die Spezialen durch Wälder und Steppenlandschaften führten, kamen wir des öfteren durch kleinere und sehr abgelegene Dörfer. Selbst in diesen Dörfern standen alle Einwohner ob jung oder alt an der Straße und jubelten uns zu. Die Frauen warfen uns beim vorbeifahren Blumen vor die Räder. So herzliche Menschen getroffen zu haben, wird bei mir in langer Erinnerung bleiben. Jedem von uns war klar, dass diese Menschen nur von Landwirschaft und Natur leben. Trotzdem freuten Sie sich über jeden von uns, der vorbei kam.

Nach Zieleinlauf kurzer Break, dann raffte man sich auf um die letzen für diesen Tag zu fahrenden Km bis ins nächste Biwak hintersich zu bringen. Man fuhr zum Teil über 80km Landstraße am Stück ohne ein Dorf oder eine Kreuzung überqueren zu müssen. Ein reisiges Land.

Kam man auf dem Weg ins Biwak durch ein Dorf, so war die Erschöpfung schnell wieder vergessen, denn man wurde wieder mit großer Begeisterung empfangen.

Im Biwak angekommen, gilt der erste Blick dem Service Truck, der meine Alukiste während der gesamten Rallye transportiert. Die Kiste wird zu Hause sehr sorgfältig vorbereitet, denn der Platz muß gut genutzt werden. Alle Verschleißteile, Werkzeug, div. Öle und Zubehör müssen Platz finden. Zelt, Isomatte und ein paar Teile zum wechseln sollten auch noch mit reingehen.

Die beiden Kollegen, die den Truck fahren, sind sehr hilfsbereit und helfen mir, die schwere Kiste vom LKW runter zu holen. Schnell die Klamotten aus und zum Trocknen übers Motorrad hängen, und ab zum Duschen.

Der Veranstalter hat bereits das große Zelt für alle Teilnehmer aufgebaut. Die Küchenchefs sind schon mit den Vorbereitungen des Abendessens voll beschäftigt. Hier trifft man sich zum Abendessen. Plastikduschwannen und einfache PVC-Vorhänge lassen die Strapazen beim Duschen vergessen.

Das Wasser wird vom benachbarten Dorf mit alten kleinen LKWs gebracht. Zurück bei Motorrad und Alukiste, futtert man Kleinigkeiten aus dem Lunchpaket, welche jeder Fahrer beim Frühstücken bekommt. Meisst setzt man sich auf seine Alukiste und die anderen Fahrer erzählen die Geschehnisse vom Tag.

Langsam steigt das schlechte Gewissen, doch langsam mit den üblichen Vorbereitungen am Motorrad für den nächsten Rallyetag anzufangen, bevor die Dunkelheit einsetzt. Heute liegen nur Kleinigkeiten an wie Luffilter wechseln, Ölstand, Kette, Bremsbeläge und Speichen kontrollieren. Einige Schrauben werden noch auf festen Sitz kontrolliert.

Nach gut 2 Std ist das Motorrad für den nächsten Tag vorbereitet. Das Zelt gegenüber füllt sich langsam und der Hunger gibt sein nötiges dazu. Jetzt noch schnell mit dem Motorrad durchs Biwak und den Tank LKW suchen, der Benzin ausgibt. Ganz wichtig, dass man alles am Abend erledigt.
Jetzt noch schnell das Zelt aufbauen, dann geht’s zum Abendessen. Während der Essensausgabe trifft man schon den einen oder andern Bekannten und jeder erzählt seine Erlebnisse und Geschnisse vom heutigen Tag.

Nach dem Essen bietet es sich an, bei einer Dose Bier sein Roadbook für den nächsten Tag vorzubereiten. Hier hat jeder Fahrer oder Co-Pilot sein eigenes Konzept. Ich hab mich mitlerweile auf zwei Farben enigeschossen, mit denen ich alle Abzweigungen oder Gefahrenstellen und Kontrollpunkte z.B. in Rot makiere. Mit grün makiere ich die Kilometeretappen auf welchen man sich längere Zeit aufhält ohne Abbiegen zu müssen. Hier kann man sich dann mehr auf die Piste konzentrieren und die Geschwindigkeit erhöhen.

Wir hatten eine Etappe mit 180 km spezialen gefahren, die überwiegend ohne viele Abzweigungen auf einer breiten Schotterpiste durch die Wälder führte. Auf dieser Etappe fuhr ich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 119 km/h. Daraus wird ersichtlich wie stark der Druck auf den ersten 10 Plätzen ausgefahren wird.

3. Etappe:
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P.G. Lundmark auf der Master Rallye
Foto: Lundmark

Der nächste Tag erwies sich als sehr schwierig. Schwierige Navigation, viele Abzweigungen, die man sich im Roadbook am Vorabend makiert hat und zudem hat es die ganze Nacht geregnet. Die Maschinen erweisen sich für diese Art Gelände als viel zu schwerfällig. Konzipiert sind die Maschinen für die Wüste. Vollgetank bringt es die Maschine auf über 200kg. Sehr schmierige Feldwege, Schlammlöcher waren für uns Motorradfahrer zu einem Kraftakt geworden.

Und dann passierte das noch: während einer Flussdurchfahrt kam Wasser in meinen Luftfilter und das Motorrad war sofort aus. Jetzt hieß es Absteigen und das Motorrad zu Fuß durch den Fluß schieben. Gegenüber hatten sich bereits wieder Schaulustige aus den benachbarten Dörfern eingefunden. Alle riefen mir irgendetwas auf russisch zu, ich konnte leider nichts verstehen. Einer von Ihnen sprang in den Fluß und half mir, die Maschine da durch zu schieben.

Am anderen Ufer angekommen, begann ich sofort mit den notwendigsten Maßnahmen. Sitzbank runter, Luftfilter raus und diesen in der Hand ausgequetscht, so dass kein Wasser mehr drin war. Da wahrscheinlich schon vom Motor her Wasser in den Vergaser gezogen worden ist, entschloß ich mich, diesen auch noch zu entleeren.

Die Folgeschäden was passieren kann, wenn Wasser mit in den Zylinder kommt, sind mir durch Freunde bekannt. Die kompakte Bauweise der Maschine ließ es jedoch nicht zu, so daß ich noch eine Tankhälfte erst enfernen mußte. Umgeben von 50 begeisterten Zuschauern, jeder von Ihnen wollte mir dabei helfen, doch unter dem Zeitdruck bleib leider keine Zeit, dem einen oder andern zu erklären, was ich hier gerade mache.

Nach dem 3. Startversuch lief die Maschine wieder und ich begann mit dem Zusammenbau. Dieser Zwischenfall kostete mich 11 Minuten. Auf der Piste konnte ich sehr schnell wieder auf einige Fahrer aufsschließen, die die Flußdurchfahrt ohne Zwischenfälle gelöst hatten. 

Kleinere Fehler im Roadbook, Abzweigungen im Roadbook, die aber vor Ort nicht zu finden waren, machten die heutige Etappe zu einer Schnitzeljagd. Ich entschied mich, einem Trupp von 3 Motorradfahreren nicht hinterherzufahren, sondern per GPS in Kompassrichtung querfeldein zu fahren. Nach nur ein paar Kilometer konnte ich wieder eine Kreuzung zuordnen, die auch im Roadbook notiert war. Jetzt musste ich nur noch den ICO (Tripmaster) auf den zum Bild im Roadbook gehörigen Kilometerstand bringen und schon gings weiter.

Hier ergeben sich immer wieder Abweichungen durch den Veranstalter, der die Strecke Monate zuvor mit dem Geländewagen abfährt und danach das Roadbook erstellt. Wenn die Reifen des Geländewagens in einigen Abschnitten durchdrehen, der Kilometerzähler aber weiterläuft, kommt es bei einige Abzweigungen halt zu Differenzen.

Das Roadbook ist so aufgebaut, dass in der ersten Spalte die Kilometer fortlaufend fett aufgeführt sind. Z.B. bei Km 218,6 müßte ein Abzweig kommen, an dem wir links abbiegen müßten, es kommt jedoch vor, dass sich der Abzweig schon bei km 217,8 ergibt oder aber erst bei 219,1. Da wir Motorradfahrer allein fahren, brauchen wir über die gesamte Distanz höchste Konzentration.

Die heutige Etappe erwies sich selbst bei den Autofahrern als sehr schwierig, so die allgemeine Meinung im Biwak. Mein Tagesergebnis heute: Platz 6

4. Etappe:
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Ein Schlesser Buggy auf der Master-Rallye 2002
Foto: Gauloises Racing

Eine Marathondistanz mit 300 km Verbindung am Morgen, 450 km Speziale und 140km Verbindung ins Biwak. Hier wollte uns der Veranstalter zeigen, wie hart die Master-Rallye sein kann.

Nach bereits 320 km gefahrenen Kilometern kamen wir in ein Sandgebiet mit Autospuren, welche für uns Motorradfahrer sehr schwer zu fahren sind. Immer wieder Sand, die letzen 30km zum Ziel kamen mir wie eine Ewigkeit vor. Im Ziel angekommen, wurde man wieder von hunderten begeisterten Zuschauern gefeiert. Jeder von Ihnen wollte einmal neben einem Rennfahrer fotografiert werden oder ein Autogramm besitzen. Alle wollten diesen Tag mit uns in schöner Erinnerung mit nach Hause nehmen.

Die Erschöpfung durch die netten und begeisternden Zuschauer schon fast vergessen, mach ich mich auf den Weg um die letzen 140km ins Biwak hinter mich zu bringen. Im Biwak angekommen, geht’s wieder in Richtung Service LKW. Schnell unter die Dusche und ersteinmal ein wenig ausruhen.

Dann die schreckliche Nachricht eines deutschen Jouranlisten, den ich mittlerweile schon sehr lange kenne und der für mehrere deutsche Fachzeitschriften unterwegs ist. Er sagte mir, dass ein deutsches LKW Team - Fahrer Horst Gödel und Gregor Hauck - tödlich verunglückt sind. Mir lief ein eiskalter Schauer über den Rücken, mein Atem versteinert. Er erklärte mir noch wie und wo der Unfall passiert sei, aber meine Gedanken waren ganz wo anders und ich hörte nur noch mit einem Ohr zu. Mir wurde in diesem Augenblick bewußt, dass ich zwei sehr gute Rallyefreunde verloren habe. Den Abend zuvor saßen wir noch gemeinsam beim Abendessen und beide erzählten von Ihren Erfahrungen und Erlebnissen, die Sie auf Ihren unzähligen Dakar-Rallyes gemacht haben. Beide galten in der Szene als erfahrene und gute Rallyepiloten.

Gregor Hauck navigiert sonst als Co-Pilot bei Andrea Meyer, die im letzen Jahr noch Motorrad gefahren ist und jetzt im Mitsubishi Team mitfährt. Andreas Schulz, ex Co-Pilot von Jutta Kleinschmidt, die in 2002 zu VW wechselte, wird in Zukunft Co-Pilot von Masuoka im Mitsubishi Team sein. Für die Master-Rallye hatte sich Andreas Schulz angeboten, Andrea als Co-Pilot zu begleiten, um Ihr so noch einige Erfahrungen mit auf dem Weg zu geben.

Eine Tragödie, die sich an diesem Tag ereignet hatte! Als Andrea diese Nachricht über Ihren eigentlichen Co-Piloten hörte, brach Sie sofort die Rallye ab und reiste am nächsten Tag nach Hause.

Das Briefing um 9.00 Uhr im großen Zelt wurde mit einer Schweigeminute eröffnet. Der Veranstalter entschied an diesem Abend, die Rallye fortzuführen.

7.Etappe:
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Foto: Gauloises Racing

Diese Sonderprüfung erwies sich beim Durchsehen des Roadbooks als sehr felsig und mit schwieriger Navigation. Mittlerweile sind wir schon im Süden Russlands an den Ausläufern des Kaukasusgebirges angekommen. 

Bei Km 80 mußte ich falsch gefahren sein. Da ich nicht umkehren wollte, entschied ich mich per GPS die Piste wieder aufzusuchen. Kurze Zeit später konnte ich einige Spuren entdecken, denen ich 1-2km folgte. Ich war auf der richtigen Piste, da die Bilder im Roadbook mit der Piste und deren Abzweigungen wieder übereinstimmten. Nach einigen Km dann ein CP ( Kontrollpunkt), kurz ein Stempel auf die Karte, dann geht’s weiter.

Ich wußte vom Vorabend, dass der nächste CP einen Tankstopp ist und wir dort 10 min Zeit haben, das Motorrad zu betanken und ein Power-Riegel zu essen. Wahrend der Tankpause stellte sich heraus, das ich CP1 (Kontrollpunkt 1) nicht angefahren habe und auch keinen Stempel nachweisen kann. Es kann mir nur passiert sein, als ich mich für kurze Zeit auf GPS konzentriert habe und Abseits der Piste fuhr.

Laut FIA und FIM Regeln bedeutete es für mich 3 Std Strafzeit. Soviel Strafzeit ist nicht wieder gut zu machen. Mit dem Tagesergebnis 9. Platz rollte ich ins Biwak ein. In mir kochte die Wut über mich selbst, denn ich wußte, dass ich heute Abend bei der Auswertung der Tageszeiten mindestens die 3 Stunden als Strafzeit bekommen werde. So sollte es geschehen und ich rutsche an diesem Abend auf Platz 22 ab. Am nächsten Tag mußte ich als letzter Starten.

8. Etappe:
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Als letzter zu Starten ist wirklich etwas schreckliches, zumal man sonst schon vorn im 1/3 mitfährt. Da die letzten Fahrer in Minutenabständen starten und nicht in 2 Minutenabständen wie die ersten Fahrer, konnte ich recht schnell auf einige langsamere Fahrer aufschließen.

Nach gut 1 Stunde hatte ich einen Kollegen schon eingeholt, welcher heute von Platz 14 gestartet ist. Nach einem gerissenen Gaszug konnte ich dennoch als 14. das Etappenziel erreichen.

9. Etappe:
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Ein Schlesser Buggy auf den Steppen der Master.
Foto: Gauloises Racing

Bei der 9. Etappe wurde vom Veranstalter die erste Sonderprüfung gestrichen. Ähnlich wie wir die Flutkatastrophe in den neuen Bundesländern noch vor Augen haben, sind dort über Nacht 100km südlich von unserem Biwak riesige Wassermengen runter gekommen. Die Wassermengen haben dazu geführt, dass sich Schlammlawinen durch 2 Dörfer geschoben haben. Ein Bild des Grauens und Ersetzens, die Leute leben schon sehr primitiv und einfach und dann noch sowas.

Was den Leuten bleibt, sind nur die Kleider die sie tragen.

Als wir diese Dörfer passierten, sind wir auf einem Marktplatz stehen geblieben und haben versucht, den Leuten unser Mitleid näherzubringen. Am Vorabend wurde im Biwak für die Flutkatastrophe Geld von uns gesammelt und dies dem Bürgermeister, der sich uns am Vorabend vorgestellt hat und sich darüber gefreut hat, dass wir in seiner Stadt eine Rast eingelegt haben.

Weiter gings über die Verbindung zur zweiten Sonderprüfung, die weiter südlich durch ein Gebiet führte, in dem der Regen nicht ganz so schlimm gewütet hat. Mit meinem Ehrgeiz erreichte ich auf dieser Etappe Platz 7.

Nach dem Zieleinlauf erfuhr ich, dass sich Kemal, der Türkische Fahrer, schwer verletzt hat. Auf der Verbindungsetappe hatte ein Russe Ihm die Vorfahrt genommen.

10. Etappe:
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Ein Schlesser Buggy auf der Master-Rallye 2002
Foto: Gauloises Racing

Die Sonderprüfung fand in einem Dünengebiet am Schwarzen Meer statt. Bei einem Überholmanöver kurz vor dem Ziel bin ich schwer gestürzt. Ein Teil eines alten Baumstamms lag vor mir im Sand. Er war nur schwer zu erkennen und aufgrund der hohen Geschwindigkeit hatte ich auch keine Chance mehr, diesem auszuweichen.

Starke Prellungen im Rücken, Schulter und Kniebereich ließen keine Weiterfahrt zu. Ein Ärzteteam des Veranstalters traf nach wenigen Minuten ein. Aufgrund der starken Rückschmerzen wurde ich direkt ins benachbarte Krankenhaus in Novosirisk gebracht. Dort wurden mit primitivsten und alten Geräten Röntgenbilder meines Rückens angefertigt.

Das Personal in diesem Krankenhaus war sehr hilfsbereit und sehr nett, trotz der primitiven Einrichtung und des alten Gebäudes. Leider werde ich auf dieser Rallye in der Platzierungsliste nicht zu finden sein, da mein Zieleinlauf am letzten Tag fehlte. Ich selber aber werde diese Rallye in sehr guter Erinnerung behalten. Durch einen dummen Fehler; ein verpasster CP mit 3 Std Strafzeit rutschte ich von Platz 11 auf Platz 22, konnte mich aber auf den letzten 3 Etappen wieder auf Platz 18 vorarbeiten.

Von den gestarteten Motorradfahrern kamen am Ende 29 ins Ziel.

Die netten Leute, das begeisterte Publikum und das Land haben diese Rallye geprägt und werden bei mir in langer und guter Erinnerung bleiben.

Ein Bericht von Matthias Meyer

Master 2002 - M.M.

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enduroabenteuer Ausgabe 4 - 2004
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