Rettung, Hubschrauber,
Start - Stopp ...
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Reihe acht bis zehn braten eine halbe Stunde länger, bis sie starten dürfen.
Die anderen Steilhänge im Startkessel sind hingegen recht unspektakulär, zumindest solange die Motorleistung und der Mut stimmt. Denn die langen Auffahrten unter dem Fahrerlager sind nun schon über ein Jahr alt, also vom Regen verdichtet und daher mit halbwegs Grip ausgestattet. Und da die Meisten schon am Starthang purzeln, hält sich hier zum Glück auch der Stau in Grenzen....Naja bis auf den Kerl, der seinen abgestorbenen Bock in Deiner Beschleunigungsspur geparkt hat, und erst ein paar „nette“ Zurufe braucht, bis er seine Karre zur Seite schiebt ...
Die Abfahrt mit der Heckschleuder, wo es vor 2 Jahren den bösen Überschlag gesetzt hatte: Locker gepackt. Dann noch eine neue Abfahrt wieder in den Startkessel, und ...
Ojemine: Eine frische Sprengungs- Halde ist zu überqueren. Megastau, weil über die bis koffergrossen Kiesel kaum einer drüberkommt. Vermutlich hat der Karl eigentlich DAS gemeint! Da kannst Du Dich abquälen, und alternative Spuren suchen, aber der Bock steht immer wieder, weil der Motor aufsitzt und das Hinterrad leer durchdreht: Grrrfixnochamoi! Beim Schieben und Zerren dann die Katastrophe:
Der Typ links von mir stürzt nach rechts, reisst Dich mit, hakt sich mit seinem Lenker bei Deinem Brems-Schlauch ein und reisst ihn halb raus!
Plötzlich keine Bremswirkung mehr auf der Hinterbremse, der Hebel fällt durch! Herrje! Sollte die böse Prophezeihung des grossen Karl Katoch doch noch wahr werden? Egal! Notfalls geht’s auch ohne Hinterbremse, denn DEN Gefallen tu ich ihm bestimmt nicht, wegen SO einer Kleinigkeit JETZT schon aufzugeben. Zugegeben, bei DEN steilen Abfahrten, die noch kommen würden, OHNE Hinterbremse: Der helle Wahnsinn!
Hey Lametta!“,
ruft da einer ??? ... „Du verlierst Öl!“
„Ja danke, ich weiss!“, hörst Du Dich automatisch / lässig antworten, während der Schreck tief im Gedärm wühlt: Was hat sich nur heute alles gegen mich verschworen?! Zuerst die düstere Prophezeihung vom Katoch, dann Lüfter, Bremse und jetzt ein LECK? Das hats ja noch nie gegeben! Aber was glitzert denn da unter dem Bike? Du grüne Neune! Da hat
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Also endlich raus aus dem Kesseltreiben! Lieber Karl, leider hast Du Dich geirrt! Und die Bremse pumpt sich auch langsam wieder auf, hoffentlich reichen die Vorräte im Bremsflüssigkeits- Ausgleichsbehälter!
Nächster Stau: Ein Minihang noch vor dem Wasserrohr. Warum hier so viele scheitern? Nur weil die Anfahrt um’s Eck geht? Und vor der Anfahrt ein ziemlich grosses Schlammbecken lauert? Und daher der Anlauf echt kurz ist? Egal, Zeit zum Verschnaufen, und für den Durchzug der 525 kein Problem!
Hurra! Wie sich kurz darauf herausstellt, gibt’s (derzeit noch) keinen Stau am Wasserrohr: Der höchste Steilhang Mitteleuropas: 60 Meter hoch, Anfahrt über grobes, gewelltes Geläuf. Stau ist keiner, nur zwei Piloten starten gerade vor Dir. Aber wenn Du so unten stehst, und es legen sich gleich diese beiden glücklos auf die Pfeife, ganz oben am heikelsten Punkt mitten in der Spur, dann baut das nicht gerade Deine Moral auf.
Der Streckenposten versprüht Optimismus: “Fahr einfach rechts vorbei, den Hügel daneben hoch!
Wenn Du spürst, dass Du Zug hast!“ (Am Video zu sehen, mit einer weitschweifenden Handbewegeung) . ...Der hat leicht reden, nämlich ganz oben, dort wo die beiden Typen hängen und grade versuchen, mit heilen Knochen wieder Land zu gewinnen: Dort gibt’s üblicherweise nur noch drücken, ziehen, zerren, hoffen, bangen, fluchen! Und genau dort, wo man hoffen darf, dass es doch noch weitergeht, weil gegen Ende des Steilhangs die
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Mittlerweile schnauben schon einige Viertakter ungeduldig hinter Dir. Also Arsch zusammengekniffen, Augen zu und los!. Oha, zu VIEL Gas, denn das Bike eiert schräg in die dicken Kiesel, springt wie ein wildgewordener Geissbock, und scheint ganz und gar nicht mit der Generalrichtung Erzberg- Gipfel einverstanden zu sein. Durch Gas wegnehmen beruhigt sich die Fuhre, aber mitnichten der Fahrer: Was bitte soll aus dem Steilhang werden, mit Halbgas im Anlauf?
Aber wenn die –im Vergleich zu den Zweitaktern- schwere 525 zu sonst nichts gut ist: Aber DURCHZUG hat sie, denn das voll Einschenken knapp vor der Kompression zum Steilhang reicht, um mit der Dritten hochzufliegen! Und den Abstecher auf den zusatz- Gipfel nimmt sie noch locker mit. Na bitte!
Jetzt erstmal Verschnaufen! Aber nicht stehenbleiben! Also mit Halbgas den Fahrtwind geniessen, die Kühlung tut sicher auch dem Motor gut! Die Hitze macht Mensch und Maschine gewaltig zu schaffen. Immer wieder stiebt ein kleines Wölkchen Dampf aus dem Kühler....hinterher wird ein ganzer Liter Wasser zum Nachfüllen benötigt. Du selbst brauchst mehr als einen Liter, aber der Schlauch des Camelbacks schaukelt meist weit ausser Reichweite Deiner durstig- spröden, verstaubten Lippen.
Blaulicht, gelbe Fahne!
Alle Sinne gehen auf Gefechtsstation!
Irgendetwas Schreckliches ist geschehen, so ein Menschenauflauf! Dort wo das Plateau des Wasserrohr- Steilhangs endet, geht ein Damm Richtung Badewanne weiter. Dort haben, wie
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Was? Am Wasserrohr kein Stau, dafür hier? Es ist eine steile, gewundene Auffahrt auf den Rand der „Badewanne“, einem gigantischen Schlammbecken (das bei Regen diesem Namen alle Ehre macht). Da die Auffahrt nicht einsehbar ist, verkeilen sich immer mehr Mutige in die Hängengebliebenen, und so entsteht ein unlösbares Knäuel.
Im davor liegenden Wäldchen und die darüberliegende Schotterhalde ist daher von wartenden Enduristen ziemlich aufgefüllt. Mein Warteplatz in der Halde ist der reinste Natursteingrill, bald pfeift’s aus beiden Ohren! Ja sapperlot, warum geht’s da nicht weiter? Wer hier länger warten muss, begibt sich in Gefahr, vor Überhitzung zu kollabieren. Auffällig ist die Atemnot und der rasende Puls, obwohl körperlich keine Arbeit zu verrichten ist. Staunend muss „Mann“ zur Kenntnis nehmen, dass die in der Enduro- EM führende Lisi Mucha nebenan so locker plaudert und zu Scherzen aufgelegt ist. Wie kommt sie schon da her? Sie musste doch zwei Reihen weiter hinten starten!
Martin kommt kurz mit dem Wasserschlauch, was aber keine nachhaltige Linderung bringt. Er erkennt bald den Grund des Staus und versucht aus Leibeskräften zu entwirren, zu schieben und zu dirigieren, damit nur bald der Papa auf die Reise gehen kann. Aber nach einer halben Stunde sehen die Streckenposten die Sinnlosigkeit ein und leiten direkt in den Lawinenhang um.
Tiefschnee im Mai! Eine nabentiefe Erfahrung!
Woher kommt das viele Weiss? So hellen Sand gibt’s ja gar nicht! Aber....Tiefschnee, soweit das Auge reicht, und darin Äste, Steine, Bäume, Wurzeln einbetoniert.....das muss die berühmte Lawine sein, die einen ganzen naturgeschützten Wald bis auf den Felsen abgeräumt hatte. Also war hier die Natur eindeutig zerstörerischer, als es 1000 Stollenreifen in 100 Jahren je sein könnten. Wie beruhigend für ein naturliebendes Enduristenherz!
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Die Kühlung ist nur von kurzer Dauer, denn die folgenden Stein- und Wurzelpassagen winden Deinen Körper aus wie ein nasses Wettex in der Zentrifuge! Und die Kupplung pfeift aus dem letzten Loch. Das Röhren und Dröhnen im Rücken zeugt von einigen Heisspornen, die offensichtlich überschüssige Kräfte und Alleskleber auf dem Reifen haben.
Aber dann kommt die schon vom Vorjahr bekannte, gewundene Wurzelauffahrt auf den Damm, und plötzlich wird’s ruhig im Wald. Keine Verfolger mehr! Da ist jemandem die Luft weggeblieben... Also über den Bach, wo sich einige Geschundene mit einem Sitzbad laben (soviel Zeit hätten wir auch gerne...).
Und die scharf links drehende Bach- Auffahrt hoch: „Zuerst rechts aussen anfahren, und dann links am Felsen vorbei!“, gibt einer gute Ratschläge. Aber diese Stelle war für unsereines noch NIE ein Problem gewesen....wenn auch oben die Kupplung recht heftig herhalten muss!
„JaJaJa!!!“ Die Becker- Faust gibt neue Kraft, endlich geht’s in die Badewanne runter. Diesmal ist sie ja trocken, also nach Adam Riese für die 525 ein Lapsus.....ja wenn dahahas Gehohohoppel vor der Auffahrt nicht wäre! Nichts für schwache Nerven, denn wer den Gasgriff nicht am Anschlag lässt hat verloren!
Geht aber trotzdem leichter als im Vorjahr bei knöchel- bis knietiefem Morast. Oben wartet Sohnemann Martin mit der Videokamera, der Checkpoint- Mann (an dem Du fast vorbeigedüst wärst), und die beste
Ehefrau von allen mit der
Digicam: „BLITZ!“ Dieses Foto, mit dem filmenden Sohn im Hintergrund, berührt das Vaterherz hinterher am Meisten.
Andrea gibt noch Tips wo die Abfahrt am ungefährlichsten wäre. Tatsächlich ist die Rinne so verwinkelt und zerfurcht, das der Reisgang beim Runterschlittern gewaltig ist. Ja nicht zuviel bremsen, unten werden wir die Fuhre schon irgendwie zum Stehen bringen!
Text: Albert Pucher
Fotos: www.haliklik.at

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