Von der Badewanne abgeworfen.
Bei Trockenheit! Eine Niederlage!  
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Man darf eben die Ehrfurcht vor dem Berg nicht verlieren. Nur weil Du die letze Auffahrt aus der Wanne bisher immer geschafft hast? Das heisst gar nichts! Denn die Kamelbuckel vor der Kompression sind immer noch da, und auch der Baum links von der Rampe. Vor lauter Ehrfucht (oder: Zerprall- Furcht) vor dem Baum verschlägt es die Maschine ein WENIG zu weit rechts.

Und auf mittlere Felsbrocken, und in eine tiefe Rinne. Das hemmt den Speed entscheidend. GRRFLXT! Bautz! Abgang

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mitten im steilsten Teil des Hanges, oder besser: Der WAND. Mit Aufsteigen geht DA gar nichts. Minutenlanges Abrutschen ist angesagt....unterbrochen von einigen Schnaufpausen!

Der zweite Anlauf gelingt wie immer. Also: Wie immer am letzten Drücker mit schleifender Kupplung. Hätte ich die Dritte etwas kürzer übersetzen sollen? Was wäre dann aber mit dem Wasserrohr geworden? Denn dort war die Dritte (13/45) optimal.

Ab in den Wald! Nach der Auffahrt waren die gemeinen Schlammlöcher vom Vorjahr gottlob ausgetrocknet. Aber im Wald, direkt dahinter, da spielen sich ähnliche Tragödien ab. Besonders an der Stelle, wo mitten im Schlammloch ein Baumstamm unter dem Morast versteckt ist. Kaum einer, der hier nicht mit einigen Schweisstropfen den Schlamm salzig würzt!

Stufige Auffahrt: Ein Schluck Wasser und ein Kuss der besten Ehefrau von allen (siehe Video) gibt Energie für eine knifflige Auffahrt aus einer Kurve heraus. Dann in der Mitte eine Stufe (Vom Gas, aber ja keinen Schwung verlieren), und oben Knick nach links. Ruhig und cool bleiben, auch wenn der Typ vor Dir oben den Erzberg- Rückwätssalto schlägt. Aber diese Stelle ist aus den Jahren zuvor bestens bekannt. Heute weißt Du schon, wo man Gas geben kann und wo besser nicht....

Abwärts, abwärts! Wenn das so einfach wäre mit immer nur nach oben streben. Nein, die Streckenbauer lassen Dich mit haarstäubenden Abfahrten immer wieder Höhe vernichten: Also neuer Anlauf, jetzt geht’s erstmals tief in den Wald: Auffahrt, Spitzkehre mit Schwung, damit Du über die folgenden Wurzeln besser drüber kannst. Puh! Voriges Jahr war da im Regen schieben und zahrn angesagt, mit Motor ankicken, weil die Batterie damals schon hier schlapp gemacht hatte. Heute: Wie nix!

Wieder Spitzkehre, diesmal mit Powerslide- Technik gewendet. Oben lauert ein senkrechter Ausstieg. Wer das nicht weiss, und mit entsprechender Speed- Reserve unten anraucht, hat Pech gehabt. Von unten ist wegen der gewundenen A

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uffahrt die Stufe nicht zu sehen, die Schleifspuren im Wald unterhalb der Stelle erzählen Bände.

Endlich der Tunnel samt Checkpoint. Viel weiter als hierher gings bisher nicht. Aber heute sind erst zwei Stunden vergangen: Whow: So viel weiter kommt man aus der Startreihe 4, solange eben die Staus am Startberg und Wasserrohr noch kaum ausgeprägt sind.

Als Erstes geht’s mal über eine einen Meter hohe Betonkante in eine Steilabfahrt. Letztes Mal mit Hilfe bewältigt, diesmal das Bike alleine über die Kante geschoben und hinterhergerutscht. Super gelungen diesmal, ganz ohne metallisches Knirschen.

Der Caddy ruft über das Handy, er wartet schon an der Stiegenabfahrt. Herrje, gibt es ein Navigationsproblem? Der Steilhang, den Du eben nicht ohne Stolz und Freude hinauf bezwungen hast mündet bereits in die Beschilderung links Richtung Vorder- Erzberg und Zündstofflager.

Stimmt. Eigentlich gehören noch einige Hindernisse im Wald über dem Wasserrohr bezwungen. Leider läuft die Beschilderung rein über Tafeln, die Du leicht übersehen kannst: An einer Abfahrt vorbei gerauscht, kann bedeuten, dass Du Dich plötzlich in einem ganz anderen Streckenteil befindest. Und auf solche Abschneider reagieren die Marshals an den Checkpoints äusserst säuerlich!

Also umgedreht, und bald ist die versteckte Abfahrt entdeckt. Und hinunter geht’s über die Stiege (manche bleiben da im Sattel, Du gehst lieber auf Nummer Sicher). Denn am Ende der Stiege lauert eine radhohe Betonkante mit dahinter schräg quer verlaufendem Stahlrohr. Auf diesem wird das Vorderrad verlässlich zur Seite geschlagen. Ausser Du springst drüber, nur geht’s nach dem Sprung sogleich einen 1,5 Meter hohen fast senkrechten Abbruch hinab. Naja, das ist was für Artisten wie Chris Pfeiffer, aber der hat ja diesmal den finalen Abflug schon vor dem ersten Checkpoint gemacht.

Auf geht’s durch wildes Waldgewusel, über Stock und Stein, alles fahr- oder schiebbar, alleine es kostet Schweiss und Zeit. Plötzlich ein Deja-vous! Da waren wir doch heute schon mal? Aha, die Auffahrt von vorhin, also diesmal richtig....bautz! Eine Sekunde gezögert, Schwung weg, wir liegen 3 Meter unter der Kante! Also moralisch, kannst Du Dich trösten, bist Du ja praktisch schon oben gewesen. Vorhin, beim ersten Versuch.

Diesmal klingelt ein Karabiner über die Steine, dahinter schlängelt sich ein solides Bergeseil. Kaum eingeklinkt, geht’s so vehement nach oben, dass Du kaum mitlaufen kannst: Sieben Mann (und eine Frau) hoch haben es sich an dieser

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Schlüsselstelle mit ein paar Bierchen bequem gemacht, und hieven freudig mit einem „Juheee“ die Gestrauchelten nach oben....Danke, ihr Lieben! Ein super Karma ist Euch sicher!

Jetzt dringt der Stone King in galaktische Weiten vor, das noch niemals zuvor ein junggebliebener Grossvati betreten hat (Ein Mitas Stone King wurde hinten montiert). Diese Stelle war vor zwei Jahren die Endstation, wo der Starter den Geist aufgegeben hatte, und im Wadl einfach keine Kraft mehr war, um den Ballermann anzureissen. Diesmal hat die Batterie (noch) Kraft und Saft. Also mal sehen, wie die unbekannten Weiten in Natura aussehen:

Da kommen einige Auffahrten, mal steinig, mal schottrig, mal felsig, gerade und gewunden, alle Variationen. Eines haben sie alle gemeinsam: Es ist besser, Du hast genügend Schwung um über die Kante zu kommen. Denn der Abstieg im groben Felsgewühl ist mörderisch für Mensch und Maschine: Dein Bestes Stück hat einige tiefe Kratzer dazubekommen, ein weiteres Plastikteil hat sich halbiert oder ganz verabschiedet, Deine letzten Kraftreserven sind verpufft, und auch die Moral und das Selbsbewusstsein hat einige Dellen bekommen.

Zum Beispiel ein böses Teil, mit einer Sprungschanze in der Kompression: In der wichtigsten Beschleunigungsphase ist gerade das Hinterrad in einem wahren Höhenflug. Wieder gelandet, fehlt der Schwung für den vollendeten Gipfelsieg: Zwei Meter unter der Kante ist Schluss: Bautz! Da liegst Du nun. Und ober Dir einer, der um einige Zentimeter weiter gekommen ist [siehe Video]:
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„Hilf mir bitte, ich zieh Dich dann rauf!“.

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OK, mit vereinten Kräften geht alles leichter. Also letzte Kräfte gesammelt, und seine Rennsemmel hochgezahrt! So, nach getaner Arbeit die Revanche: “Jetzt meine!“

Aber der Typ liegt im Schatten seines Bikes und ist ein Schatten seiner selbst: Asthma- ähnliches Röcheln dringt an das Ohr, und leer starren Dich die toten Augen von London an: „Von dem ist die nächste Stunde keine Hilfe mehr zu erwarten!“, ist die glasklare Erkenntnis. Du musst ja froh sein, wenn Du ihn nicht Mund-zu-Mund beatmen musst! Auch ist weit und breit keine Seilschaft in Sicht. Also den eigenen Bock wenden, runterrattern, und nochmal das Ganze, weil’s so schön war!

Diesmal mit weniger Speed angefahren, die Rampe durchgedrückt, und DANN erst voll den Gashahn gewürgt: Das haut hin, und oben reicht es noch für ein Wheelie (siehe Video). Jippie! Du bist heute richtig gut drauf, der einzige, wahre und echte Stone King! Holla, nichts kann Dich mehr schocken, auch nicht das entlang- eiern an einer Abbruch- Kante, während Du über frisch gesprengte Jungfelsen jonglierst.

Mystisch versteckt windet sich der Pfad nun weg von den breiten Erzberg- Trassen in waldiges Buschland am linken Rand des Kessels: Nur reifenbreit geht’s wie in einer Achterbahn durch die Büsche, um Steine und Baumstümpfe herum. Und jetzt AUFWÄRTS, in einer schmalen Rinne steil nach oben. Leider mit Steinen durchsetzt, und einer gibt Dir einen unmissverständlichen Deuter: „Du hast da oben nichts verloren, ab mit Dir nach unten!“

Und bevor Du noch „Uff“ sagen kannst, bist Du in rasender Fahrt eine Schotterhalde abwärts unterwegs, geradewegs auf den eingangs erwähnten Felsen zu.

Na, und wie man trotz Überschlagsgefahr dem Felsen ausweichen, NICHT kopfüber absteigen, auch nicht seitlich umkippen, sondern SO abspringen kann, dass Du zwar einige Meter nach unten saust, aber das Bike zumindest satteloben stehenbleibt: Das ist eine eigene Geschichte im 20 bändigen Gesamtwerk: „Dein dollstes Erzberg Rennen“.

Also nach mega anstrengenden 20 Minuten mit absoluter Einsamkeit im ungespurten Steilgelände über Wurzeln und Sturzbachrinnen: Endlich wieder in der Reifenspur nach oben. Diesmal mit dem zweiten Gang statt mit der Ersten, und den Stein ignorieren wir diesmal!

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Und oben! Und...plötzlich fühlst Du Dich wie Alice im Wunderland, oder ...äh...sollte man sagen: ZUNDERland? Eine weite Fläche tut sich auf, und die flachen Bunker sehen so ... so Sprengstoffbunker- mässig aus! Darf das wahr sein? Warst Du im letzten Jahr wirklich sooo brav, dass Du DAS noch auf Deine alten Tage erleben darfst?

So unwirklich...ist das vielleicht nur das Hitze- Delirium? Das kann doch nicht sein! Bin ich schon im Himmel? Auf jeden Fall im 6. Erzberg- Himmel: Da steht sie vor Dir! Die ultimative Rampe des Zündstoff- Lagers. Und hoch über Dir throhnt der Red-Bull Zielbogen, den Du bisher nur aus den Erzberg- Videos kanntest. Diesmal echt und zum Greifen nah!

Andrea ist auch wieder da. Mit Pressefotograf Martin und seiner Videokamera. Sie sind hier herauf geknattert und haben gewartet, gewartet und gewartet. Bange Minuten, wo sie aus dem Helm- Mikro nur konvulsives Keuchen und Gestammel hörten von unserem Ausflug in den Hochwald. An dessen Folgen Du immer noch laborierst. Irgendwie hat das Gezerre und die hilflose Einsamkeit in der Wildnis die gesamten physischen und psychischen Reserven verbraucht.

Rosa Nebel ziehen durchs Gesichtsfeld,
der Puls rast, der Atem will sich nicht beruhigen.

Offensichtlich bringt die herrschende, sengende Gluthitze nicht nur den Motor zum Kochen. Und Wasser schlabbern

haliklikbringt kaum Abhilfe. Wie durch einen Nebel nimmst Du wahr, dass Dir jemand Mut zuspricht: „Super gemacht, Du bist schon am Zündstofflager, und es geht noch eine gute Stunde!“

„Und!“, ruft er mir noch zu: „Oben gibt’s als Belohnung einen Red Bull!“. Ich halte ja von dem gummibären- Gebräu nicht viel. Aber diesen Moment, knapp vor dem körperlichen Zusammenbruch: Da hat die somatische Intelligenz ganz klar kommuniziert, dass so knapp vor dem Gipfel eine gehörige Portion Zucker, Koffein und Taurin die einzige Rettung vor dem drohenden Kollaps sein kann. Wer hätte bis dahin ernsthaft daran gedacht, ob die Sache mit den Flügeln wirklich funktioniert ...

[WEITER]

Text: Albert Pucher
Fotos: www.haliklik.at

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