Alto Turia 2002
Ein Bericht von Wolfram Martin aus Immenstaad
[BILDER GALERIE]  [BERICHT THOMAS TROSSMANN]

Nun ist es geschafft. Die acht Motorradfahrer aus Markdorf, Immenstaad und dem Deggenhausertal sind wohlbehalten zurückgekommen. Mit viel Können, Routine und Glück haben alle rechtzeitig das Ziel erreicht und dazu die gesamte Strecke bewältigt. Dies ist erstaunlich, weil es nur etwa der Hälfte aller Teilnehmer gelungen ist.

Dabei halfen Sie in gewohnter Art auch immer wieder anderen Teilnehmern. Insbesondere Lothar Lanz bestätigte sich mehrmals als „Tankwagenfahrer“ und half mit seinem riesigen Benzintank sowohl dem Veranstalter als auch einem Teilnehmer während einer Sonderprüfung aus „Benzinnot“. Im Freundeskreis wird gemunkelt, er habe seinen neuen Traumberuf entdeckt …

Am Abend war dann Harald Wipper von Leuten umringt die mit zerlegten Motorradgabeln, defekten Roadbooks und anderen reparaturbedürftigen Teilen in den Händen, Hilfe suchend zu Ihm aufschauten. 

Es wurden alle erhört.

Unfreiwillige Hilfe leistete auch Wolfram Martin. Nachdem er einen an sich sehr schnellen Engländer auf einer Sonderprüfung überholen konnte (worauf er richtig stolz war), tippte ihm dieser nach dem Zieleinlauf auf die Schulter. Martin zog in Erwartung einiger unfreundlicher Worte schon mal den Kopf ein, doch der Engländer grinste breit und meinte nur: 

„It was nice to follow you“ 

Er hatte nämlich komplett die Orientierung verloren und war froh jemanden gefunden zu haben hinter dem er bis zum Ziel herfahren konnte.

Kurze Zeit später wunderten sich Stefan Brechenmacher und Anton Rist weil statt der zwei Holländer die gerade noch vor Ihnen fuhren, plötzlich nur noch einer da war. Nach kurzer Suche fanden sie den Zweiten fünf Meter unterhalb der Straße auf seinem Motorrad unter einem Dornenbusch liegend wieder. Mann und Maschine waren schnell geborgen und konnten den Weg fortsetzen. Die letzten Stacheln wird er inzwischen auch herausgezogen haben.

Was die Wertung angeht glänzte vor allem Hermann Knisel. Nachdem er sich am vorletzten Tag schon auf dem fünften Platz im Gesamtklassement (!) vorgefahren hatte, legte er am Schlusstag noch nach und schob sich auf dem vierten Platz. Die Anerkennung aller Teilnehmer war Ihm sicher, zumal er im Gegensatz zu manchen „Profis“ kein Aufhebens von seinen guten Zeiten machte. 

O-Ton Knisel: „Du musch mehr Gas gäbe, und weniger schwätze.“

Pech hatten dagegen die Zweizylinder Piloten am letzten Tag. Am Vorabend in der Teamwertung (Knisel, Brechenmacher, Martin, Kopp) noch überraschend auf Platz eins gefahren rutschte das Team nun auf Platz drei zurück. Grund dafür war ein Plattfuß an der Maschine von Brechenmacher während der letzten Sonderprüfung. Die Reparatur kostete viel Zeit. Noch härter traf es Wolfram Martin. Zuerst traf ihn ein Stein am Helm der ihm die Brille zerschlug. Dann kostete ihn ein Orientierungsfehler weitere kostbare Zeit.

Die Plätze eins und zwei bei den Zweizylinder-Motorrädern konnten Brechenmacher und Martin jedoch verteidigen. Kai Braun und Lothar Lanz kamen in dieser Klasse noch auf Platz vier und fünf, während Anton Rist in gewohnter Manier seinen ersten Rang bei den Senioren nach Hause fuhr. Josef Schneider, ohne Training mit der ungewohnten KTM angetreten und Herbert Kopp, der Jüngste des Teams und erst seit einem Jahr als Geländefahrer aktiv, schafften in der am stärksten besetzten Klasse noch unerwartet Platzierungen im Mittelfeld.

So hatten am Ende des Tages bei der Siegerehrung alle etwas zu feiern, wenngleich manchen Teilnehmer die Anstrengung der Woche einholte. Es soll Fotos von mehreren am Tisch schlafenden Fahrern geben. Negative ggf. gegen Gebot zu verkaufen …..

Bei allem Stolz über die eigenen Leistungen haben die acht Bodenseeler jedoch nicht vergessen, dass ohne die Hilfe von verschiedenster Seite das alles gar nicht möglich gewesen wäre. So hat vor allem Edgar Brechenmacher viele Winterabende geopfert um die BMWs renntauglich zu machen. Auch Hermann Knisel verschaffte seinem „persönlichen“ Monteur Arnegger eine Menge Arbeit. Hamburer half bei den Reifen, Schneider stellte einen LKW vom Fachzentrum zur Verfügung und die Betreuer Braun und Wipper benötigten wieder mal nur 26 Stunden um den LKW von Valencia nach Markdorf zu bringen. Und das alles für einen Händedruck und einen tiefen Blick in den Pokal!

Ganz besonders aber wollen sich die Acht bei ihren Frauen, Freundinnen und Familien für die Geduld und das Verständnis bedanken, welches für diese Spinnereien ihrer Hobby Rennfahrer aufbringen. Der Dank kommt von Herzen und ohne Hintergedanken, denn dass nächstes Jahr wieder ein Alto Turia Ride stattfinden soll weiß angeblich noch keiner von ihnen ….

Text: Wolfram Martin
Fotos: Schalber Event GmbH

AltoTuria 02 v. W.M.

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