Glück im Unglück     13.11.2002
[BIOGRAPHIE]  [WEITERE BERICHTE ZUR EL-CHOTT]

(Bielefeld) Ich war etwas überrascht als ich am Dienstag dem 12. November das Telefon abnahm und Philip Daroch sich am anderen Ende meldete. Ich ahnte das es nichts gutes sein könnte denn das Gespräch war eindeutig ein Festnetzgespräch. Philip, ein in Deutschland ansässiger Britischer Soldat den ich zum Start der El-Chott in München noch zu seiner Teilnahme befragte.

<<Ich habe schlechte Neuigkeiten für Dich>> begann er auf englisch <<Ich bin am Montag sehr heftig gestürzt, habe mir 3 Wirbel gebrochen und liege jetzt in Bielefeld im Krankenhaus. Die gute Nachricht: Die Ärzte haben mich wieder so zusammengeflickt dass ich schon wieder gehen kann.>>

WOW sagte ich und setzte mich. <<Es geht Dir wirklich gut?>> fragte ich während ich mich schon über diese blöde Frage ärgerte. <<Na ja, meinte er, das wird schon wieder. Es geht mir halt den Umständen entsprechend.>>

<<Wie ist das passiert?>> wollte ich wissen <<Tja, also ich fuhr hinter jemandem im Staub und habe das Kamelgras das mein Vorderrad ohne Probleme verarbeiten konnte Schlichtweg übersehen. Mein Hinterrad hat mir diesen unerwarteten Buckel ziemlich übel genommen und die ganze Fuhre schoss hinten hoch wie ein bockender Stier beim Rodeo. In diesem Moment trennten sich die Flugbahnen von Motorrad und mir. 

Nach der Landung liefen diese 200 etwas Kilo Motorrad immer noch und ich Idiot bin auch noch unter extremen Schmerzen dort hingekrochen um wenigstens den Killswitch zu betätigen. Tja, das hätte ich dann wohl nicht machen sollen denn das hat alles wohl nur noch schlimmer gemacht.

Das witzige ist das ich noch nicht einmal auf dem Rücken aufgekommen sein muss denn die zwei Kamel Backs auf meinem Rücken waren auch nach dem Sturz noch voller Wasser. Ich nehme an das ich meinen Körper während des Aufpralls so ungünstig verwunden hatte das meine Wirbelsäule dem Druck von der Seite einfach nicht mehr standhalten konnte.

Wie es um das Motorrad oder meine anderen persönlichen Dinge steht kann ich im Moment noch nicht sagen denn diese Dinge hat die Rennleitung mitgenommen und die werden wohl am 15. oder 16. November erst wieder in München ankommen.

Fest steht allerdings das mein Motorrad bis zum letzten Moment einfach spitze lief und ich diese traumhafte Maschine nie verkaufen werde. Im Gegenteil, ich denke ich werde im kommenden Jahr wieder starten ... allerdings möchte ich mich dann tatsächlich vorbereiten können. ... Ich kann es kaum erwarten wieder im Sattel zu sitzen.

Ein grosses Lob muss ich den Veranstaltern aussprechen denn man hat mich eigentlich recht zügig nach Nürnberg ausgeflogen. Nach einer ersten Behandlung wurde ich dann mit einem Hubschrauber nach Bielefeld transferiert. Jetzt hoffe ich natürlich schnell wieder zu Kräften zu kommen und einige Zeit mit meiner besseren Hälfte zu verbringen. Ohne Ihre Unterstützung wäre das alles kaum noch zu bewältigen!

Stefan Jaspers von AfricanQueens mit seinem Kunden Philip Daroch!

Eines habe ich jedoch gelernt: Nie wieder nehme ich die Startnummer 65. Bei der Transdanubia hat mir diese Startnummer schon Unglück gebracht und jetzt kann ich froh sein das ich noch lebe. Wenn Die Army mich in ein Flugzeug mit der Nummer 65 stecken will werde ich einfach nicht einsteigen. Mit dieser Zahl will ich nichts mehr zu tun haben.>>

Wir unterhielten uns noch einige Zeit über die unterschiedlichsten Motorräder und ich versprach mit AfricanQueens zu reden um Philip, einem sehr guten Kunden, eine ausgiebige Probefahrt mit der neuen Forte 840 von AfricanQueens zu organisieren.

Auf diesem Wege wünschen wir Philip und seiner Frau alles Gute für die Zukunft und vor allem eine gute Genesung.

Ernst Südmeyer 

Philip Daroch - Unfall

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