Unterwegs mit WestLB Panmure…
… von Paris bis Dakar
Die Route war extrem. 9436 km durch Europa und Afrika, über Berge, steinige Wege und riesige Felder von Sand. Der Wettbewerb war hart: 397 Auto, LKW und Motorradfahrer aus 34 Nationen. Als der Staub sich setzte hatten nur 57 Motorradfahrer das Ziel gesehen. Einer von diesen wenigen war Kiyoshi Masukawa von der WestLB Panmure.
Die Total-Dakar 2002, seit langem bekannt als eins der schwierigsten Endurorennen der Welt, startete am 28. Dezember 2001 in Aras. In den folgenden 2 Wochen bewegte Kiyoshi sein Motorrad 10 – 16 Stunden am Tag um den kompletten Kurs bis ins Ziel zu fahren. Welch ein Kurs: 14 Etappen durch 5 Länder auf zwei Kontinenten. Um den Schwierigkeitsgrad weiter zu steigern gab es z.B. Marathon Etappen von bis zu 1500 km die in zwei Tagen oder weniger zu fahren waren oder Sonderprüfungen die ohne die Hilfe von GPS zu absolvieren waren. Am ende verlangte dieses Rennen nicht nur besonderes Fahrkönnen, beachtliche navigatorische Fähigkeiten und Kondition, es war ein Test der Zielorientierten Willenskraft.
Ein langjähriger Traum:
Trotz der Schwierigkeiten dieser Veranstaltung waren die große Mehrheit der Wettbewerber Amateure wie Kiyoshi die nur wegen der Herausforderung und wegen des Abenteuers dort waren. Seit er 15 Jahre alt war und die Dakar im Fernsehen verfolgte wollte er endlich selbst einmal dabei sein. <<Es war einfach cool, >> meinte er <<Menschen die mit Ihren Motorrädern durch die Wüste Fahren … richt nach Abenteuer!>>
Mit der Paris Dakar im Hinterkopf begann Kiyoshi seine Kariere als Amateur Rallyefahrer in 1999 in Japan. Während er in der Produktion für Fernsehnachrichten arbeitete nahm er an einer regionalen 6 Tage Rallye teil.
Noch im selben Jahr, und auch im darauf folgenden Jahr nahm er an der UAE Desert Challenge teil. Diese spezifische Veranstaltung geht durch viel, extremen Sand und wird von vielen Fahrern genutzt um sich für den
Sandteil der Dakar vorzubereiten. Während immer wieder viele Fahrer ausfallen hat Kiyoshi alle drei dieser frühen Veranstaltungen im Ziel beendet. <<Allerdings,>> so sagt
er <<nur mit Schmerzen, extremen, unvorstellbaren Schmerzen.>>
Cyril Despres auf der Dakar 2002

Foto: GauloisesRacing
Dennoch schwächte sich sein Wunsch die Dakar zu fahren nicht ab. Zusätzlich zur physischen und emotionalen Vorbereitung kamen die Kosten. Bei der Dakar teil zu nehmen ist ein kostenintensives unterfangen. Allein eine neue KTM Rallye 660 kostet in Japan runde 25.000 Euro. Nach seinem Entschluss die Dakar in 2002 zu bestreitet kaufte Kiyoshi für 10.000 Euro eine gebrauchte Rallye 660. Ohne Kosten dafür zu berechnen überarbeitete eine lokale Werkstatt das ganze Motorrad um es für die Wüste tauglich zu machen.
Für die Teilnahme zahlte Kiyoshi noch einmal 10,000 Euro und weitere 10,000 Euro für Benzin, Teile und Reifen. Die Teilnahmegebühr beinhaltete die hochwertige Verpflegung die tatsächlich durch einen französischen Sponsor ermöglicht wurde.
Nie Aufgeben:
Trotz der schlechten weltpolitischen Lage war die Atmosphäre zum Start der Dakar sehr positive. Alle hatten ein gemeinsames Ziel: In Dakar ankommen. Die Autofahrer waren wie große Brüder zu uns Motorradfahrern. Sie wussten dass wir nicht viel mitschleppen konnten und so konnten wir immer jemanden anhalten um Wasser oder Essen zu beschaffen. Einer hielt an und half mir nach meinem Sturz wieder auf die Beine um zu sehen dass es mir gut geht.
Die Herausforderung war dennoch größer als er sich jemals vorgestellt hatte. <<Immer wieder sagte ich
mir das ich jetzt meinen Traum in die Wirklichkeit umsetzen konnte und das die Schmerzen nicht ewig da sein würden aber es
fühlte sich immer wieder an als wenn es nie enden würde.>> Seinen Tiefpunkt erreichte Kiyoshi zwischen Tidjikia und Tichit. Allein und verloren verbrachte
er die Nacht in der Wüste. Um 3 Uhr morgens fing es dann auch noch an zu regnen. Bis zu diesem Punkt war er der Meinung dass man Ihn auf einer Bahre heraus tragen müsste damit er aufhört. Immer näher rückte die 8 Uhr
Disqualifikations- – Uhrzeit. An ein regelgerechtes beenden dieser Etappe war mittlerweile wohl nicht mehr zu denken denn er hatte noch 200 km vor sich.
Alfie Cox auf der Optic 2000

Foto: GauloisesRacing
Um sieben Uhr kamen ein Franzose und ein Afrikaner auf Motorrädern vorbei. Als Kiyoshi Ihnen sagte das alles vorbei sei antwortete der Franzose <<Nein Nein Nein … Nie aufgeben … immer weiter machen … nie aufgeben!>> So fuhren die drei zusammen bis zum Etappenende. Als sie gegen Mittag endlich ankamen fanden sie raus dass die Organisatoren eingesehen hatten das diese Etappe besonders schwierig war und hatten somit die Deadline zur Disqualifikation auf 18:00 Uhr verschoben. Den französischen Kollegen der Ihm Mut gemacht hatte sah Kiyoshi erst in Dakar wieder wo beide unter den 57 von 175 gestarteten Motorrädern im Ziel angekommen waren. Als er Kiyoshi wieder sah sagte er: <<Siehst Du … ich hab’s Dir doch gesagt … nie aufgeben … immer weiter machen!
Nachdem er diese Erfahrung machen konnte und sein Ziel in Dakar anzukommen erreicht hat würde er es wieder tun. Würde er nochmals zur härtesten Rallye der Welt antreten? <<Da ich mein Ziel erreicht habe denke ich werde ich nicht wieder so viel Geld ausgeben um so viel Schmerzen zu erleben>> mit einem Schmunzeln auf den Lippen fügte er hinzu: << wenn die West LB mich sponsern würde hätte ich das Ziel im kommenden Jahr nicht nur anzukommen sondern auch eine Platzierung unter den ersten 20 zu erreichen!>>


Probleme beim betrachten dieser Seite?
Seit September 2005 haben wir leider die Weiterentwicklung von AdventureBike eingestellt. Der Grund für diese Entscheidung liegt im chronischen Zeitmangel.
Für das Interesse, Vertrauen und unermüdliche aufrufen unserer Seiten möchten wir uns bei Ihnen unseren Lesern bedanken. Es freut uns an dieser Stelle verkünden zu können das
über
1.000.000 Besucher sich die Zeit genommen haben hier vorbeizuschauen.
Bis auf weiteres wird AdventureBike von der Firma selectCOM weiter Betrieben, jecoch nicht weiterentwickelt.
Gruß
Ernst Südmeyer
WEB Design by: selectCOM