Pal Anders Ullevalseter

Mein bisher größtes und gleichzeitig unvergessliches Rallye Abenteuer: Meine Teilnahme an der Dakar 2002. Gleich bei meinem ersten Versuch bin ich in Dakar angekommen und habe den neunten Platz belegen können. Als Neuling und Privatfahrer ohne jegliche Erfahrung in der Wüste wäre ich ohne die Unterstützung von der KTM Customer Motorsport Gruppe sicherlich nicht angekommen.

Mein Rat für andere Fahrer die sich ein solches unvergessliches Abenteuer ermöglichen möchten ist einfach: Zögern sie nicht die Dienstleistung der KTM Customer Motorsport Truppe in Anspruch zu nehmen. Dann wissen Sie das sich jemand um Sie kümmert, und zwar bis ins Ziel.

Pal Anders Ullevalseter
Freie Übersetzung: AdventureBike - ES


Johannes Steinbach

Nach intensiven und gründlichen Studien der Übertragungen von Rallyveranstaltungen der letzten Jahre stand mein Wunsch nach einer Teilnahme bald fest. Allerdings verzögerte sich meine eigene Anmeldung bis Oktober 2001.

Die Vorbereitung des Motorrads, Ausdauer und Krafttraining beschäftigten mich in den Wintermonaten. Fahrtechnisch brachten mich einige Touren mit Heinz Kinigadner in Form.

Erster Schock: 
Bei der technischen Abnahme in Nizza fehlte die grüne Versicherungkarte, und das am Freitag Abend ,keine möglichkeit per Fax eine zu bekommen. Gottseidank konnten wir uns darauf einigen die Grüne Karte am Montag ins Büro nach Paris faxen zu lassen!

Damit war dann die Abnahme OK

Die positive Überaschung war das ich beim Prolog Rang 37 mit 11 Sekunden Rückstand erreichen konnte. Damit war ich der beste deutschsprachige Teilnehmer. WOW

In den einzelnen Etappen folgten Tagesplatzierungen zw. 15. und 20. Rang.

Dank der Unterstützung des KTM Serviceteams lief die gute KTM 660 Rallye zuverlässig und dank der Unterstützung verschiedener Werksfahrer die mir mit Rat und Tat zur Seite standen, kam ich nicht nur im Ziel an sondern belegte auch noch den 16. im Gesamtklassement.

Mein Tip: Die Vorbereitung sollte man sehr ernst nehmen. Gute Kondition erhöht die Konzentrationsfähigkeit.

Die schlimmste Erfahrung...

... war alleine im Sandsturm in den Dühnen, eigentlich keine Sicht wo der beste Weg führt.

Johannes Steinbach


Armando Pires

Nationalität:

Brasilianer

Baujahr:

1974

Familie:

Verheiratet, 2 Kinder

Daheim in Brasilien fahre ich Enduro und auch auf Rallye Veranstaltungen seit meinem 13. Lebensjahr. Einmal an der Dakar teilzunehmen war mein großer Traum und ich bin stolz das ich es in 2002 endlich geschafft habe.  Ich denke das viele Amateur Fahrer wie ich denken und die Dakar für unmöglich halten aber das ist nicht wahr. Wenn Du hart dafür arbeitest, mit einer guten Strategie antrittst und durchhältst dann kann fast jeder Fahrer von mittlerem Fahrkönnen diese Veranstaltung im Ziel beenden.

Für meinen Teil war eine der wichtigsten Entscheidungen die Erfahrungen der TSO und von KTM mir zum Nutzen zu machen. Insbesondere die Unterstützung der TSO noch vor dem Start während meiner Vorbereitungen war extrem wichtig damit ich gut gerüstet in die Veranstaltung gehen konnte.

Unterstützung, Bekleidung, und Verpflegung alles wichtige Erfolgsfaktoren, aber ohne das richtige Motorrad und die dazu passende technische Unterstützung hätte ich es nicht geschafft. Es ist beruhigend zu wissen das Du letztendlich mit Werksunterstützung des besten Motorrads auf dem Markt unterwegs bist. Selbst wenn Du Teile brauchst ... Du bist versorgt.  Zu keinem Zeitpunkt musste ich mir also technische Sorgen machen.

Übrigens: Ich hatte keinerlei technische Probleme mit dem Motorrad!

Meine Tips:

  • Zusammen mit anderen Fahrern solltest Du einen Mechaniker mitbringen. Dann kannst Du wirklich ruhig schlafen.
  • Du solltest Dich nie zu sehr mit den super Ergebnissen von anderen beschäftigen. Fahre Deine eigene Rallye und respektiere Deine Limits. Das Glück kann sich schnell wenden, nur kontinuierliche Leistung wird am Ende belohnt!

Armando Pires
Freie Übersetzung durch AdventureBike


Rodolphe Roucourt

Franzose

Meine schönste Erinnerung (mein schönstes Erlebnis):
Die Master Rally 1997 (Paris-Moskau) mit wundervollen Landschaften, das Aralmeer(gemeint ist der Aralsee), die Herden wilder Pferde in Kasachstan, Baikonur, die Ankunft in Moskau, während die Party in vollem Gange war und der Schwierigkeitsgrad der Etappen: physisch, technisch und nicht leicht zu navigieren.

Meine schlimmste Erinnerung (s.o.):
bei der Dakar 99 eine anullierte Etappe, die damit zu einer Verbindungsetappe von 900 km auf Lateritpisten wurde mit furchtbarem Staub und die nachts auf einer üblen Teerstrasse mit unzähligen großen Schlaglöchern endete, mit Dörfern und (die Piste über-)querenden Tieren auf der längsten und härtesten Etappe, die ich je kennengelernt habe und wo wir obendrein vom Kurs abkamen!!!

KTM service:
Überhaupt kein Stress mit der Gepäckvorbereitung vor der Rally, man muss nur an seine eigenen Klamotten denken(sich darum kümmern), KTM Service denkt (kümmert sich um) an Dein Maschine.

Mein Rat:
Kalkuliere bei einer Rally den Sprit niemals knapp, um dadurch Gewicht einzusparen.Tanke immer komplett voll, es ist besser, am Schluss 5 Liter übrig zu haben, als stundenlang am Pistenrand hängen zu bleiben und auf einen barmherzigen Samariter zu warten.


Anor Baltz auf der
Optic 2000 in 2002

Andor Baltz

Geboren: 1969

Gefahrene Veranstaltungen:

  • Kinis Oasis Rallye 2000
  • Desert Challenge 2000
  • Kinis Oasis Rallye 2001
  • Optic 2000 in 2002 (Tunesien Rallye)

Beeindruckendes Rallye Erlebnis:

Wirklich beeindruckend ist einfach die Teilnahme an einer Weltcup Rallye. Die gesamte Atmosphäre und die Nähe zu den Profis ist einfach unbeschreiblich. Dies beginnt schon bei der technischen Abnahme, wenn man plötzlich neben Jutta Meier steht. Dann der gesamte logistische Aufwand, der für eine Rallye betrieben wird. Es ist einfach irre, wenn hunderte von Menschen jeden Tag über hunderte von Kilometern weiter ziehen und dort alles wieder aufbauen. In welcher Sportart kann man schon mit Weltmeistern zur gleichen Zeit (wenn auch etwas länger) die gleiche Strecke fahren? Nicht zu vergessen auch die Hubschrauber, die einen Teil der Strecke abfliegen. Rallye fahren ist an sich ein riesieges Erlebnis. Don't dream it, be it.

KTM Rallye Service:

Der KTM Rallye Service ist schlichtweg genial. Es gibt keinen anderen Service, der einem die Garantie gibt, wirklich vor Ort zu sein. Die von mir benötigten Teile waren alle vorhanden. Neben dem Material wird aber auch fachliche Auskunft gegeben. Ich habe viele wertvolle Tips erhalten, die mir sehr weiter geholfen haben. Diese Tips sind wirklich von Leuten, die absolut Ahnung haben. Ohne den Rallye Service wäre es für den Privatfahrer ein gewaltiger Aufwand dies zu organisieren.

Ratschläge:

  • Im Sand nie stehen bleiben.
  • Wenn Du im Sand dort fährst wo keine Spuren sind, herrscht entweder Sandsturm,
    oder Du bist falsch. Also umkehren.
  • Autos immer überholen lassen.
  • Immer cool bleiben.
  • Wenn man konstant fährt, gewinnt man jeden Tag automatisch ein paar Plätze.
  • Ankommen ist das entscheidende Ziel.
  • Lieber zu viel Sprit, als zu wenig.

Alptraum:

Das unschönste Erlebnis bei der diesjährigen Optic Rallye war der Unfall von einem der Schlesser Buggies, der von Servia gesteuert wurde. Es war eine sehr schnelle Etappe durch die Wüste. Die Etappe war komplett Offroad, das Roadbook bestand nur aus Kompasskursen. Man konnte jedoch den Spuren im Sand folgen. An einigen Stellen gab es Mitten auf der Strecke große Sandkanten, die sehr schwer einzusehen waren. Diese Abbrüche waren im Roadbook eingezeichnet. Servia und ein anderer Autofahrer hatten mich 10 Minuten vorher überholt, als ich zu einer Steigung kam, auf der jemand stand und Zeichen gab. Als ich diese Stelle, es ging plötzlich fast 2 Meter nach unten dann passierte sah ich den Schlesser Buggy zerstört auf dem Rücken liegen. Servia und sein Navigator wurden von Autofahrern betreut, sein Navigator war bewustlos. Ich hielt an, Sie gaben mit aber Zeichen weiter zu fahren. Am nächsten Kontrollpunkt habe ich dann Bescheid gesagt. Diese Kante war nicht im Roadbook eingezeichnet und Servia ist mit vollem Speed dort herunter geschossen und hat sich dann überschlagen. Grund war wahrscheinlich, dass die Motorräder, die die Spuren gelegt hatten etwas vom Kurs abgekommen sind. Dadurch haben Sie eine Stelle befahren, die das Roadbook nicht
vorgesehen hatte.

Viele Grüße,

Andor


Darren Duesbury

Meine Erfahrungen:

Auf der Transdanubia in 2001 war der KTM Service einfach genial. Habe die Maschine einfach dort zur durchsicht abgegeben und bis ich das erste Bier getrunken hatte war die Mühle schon fertig … einfach brillant!

Auf der Altoturia in 2002 hatte KTM nur einen kleinen Lieferwagen als Service vor Ort. Für die Teile die ich brauchte wollten die einfach kein Geld … also was will man mehr !!!

In der Wüste habe ich immer ein Kondom dabei. Wenn Du irgendwo stecken bleibst kannst Du mit diesem Kanister, praktisch ohne Packmaß Wasser, oder sogar Benzin transportieren. Na ja, das ist jedenfalls der Grund den ich meiner Freundin gebe. Bisher musste ich es also noch nicht artgerecht einsetzen … aber bisher ist mir auch noch kein Harem von Frauen über den Weg gelaufen … nur Camele!!!

Während der Optic 2000 habe ich mir eine Rückenverletzung zugezogen und bin ausgeschieden. Nach einigen Stunden an und in den heißen Quellen von Khsar Ghilane habe ich mich zusammen mit einigen ebenfalls ausgeschiedenen Englischen Fahrern entschieden auf direktem Wege nach Douz zu fahren. Dort fanden wir ein Hotel mit eiskaltem Swimmingpool in das wir alle, mit Helm hineingesprungen sind. Es war sehr erfrischend.

Als wir dann wieder aufsattelten um dem Rallye Tross hinter her zu fahren schob einer meiner Teamkollegen sein Motorrad aus Benzinmangel um die Ecke. Er war ungefähr 150 km weit von der Strecke abgekommen. Als ich Ihn sah war ich so überrascht dass ich samt Motorrad umgekippt bin.  Mein einziger Sturz während dieser gesamten Veranstaltung.

Darren


Eric Bueno
auf dem Podium im Ziel der
Aras - Madrid - Dakar 2002

Eric Bueno

Mein größtes Rallye Abenteuer

Aras - Dakar 2002 – 10. Etappe von Atar nach Tidjikja:

Wie viele Fahrer an dem Tag war es bereits dunkel als ich den dritten Kontrollpunkt passierte. Irgendwann gingen an meinem Motorrad alle Lichter aus und ich konnte den Fehler einfach nicht finden. Also versuchte ich hinter anderen Fahrzeugen zu bleiben aber das war wirklich gefährlich und ich bin oft gestürzt. Eigentlich dachte ich dass alles vorbei war als ein einzelner Motorradfahrer anhielt und mit mir vereinbarte neben mir zu fahren. Auch er hatte Probleme, allerdings mit der Benzinpumpe. Auch er konnte an dem Fehler nichts tun denn Ihm fehlten die richtigen Werkzeuge. So halfen wir einander und machten langsam unseren Weg um dann um ca. 1:00 Uhr morgens im Ziel ein zu laufen. Wir beide wurden gute freunde denn wir hatten viel gemeinsam. Nicht nur das wir beide Probleme in dieser Nacht hatten, sondern wir waren auch nahezu identisch ausgestattet. Helme, Stiefel ja selbst die Farben stimmten überein. Das witzigste allerdings war die Namensgebung. Sein Name Eric Dubon was auf Französisch mit „ziemlich gut“ beschrieben werden kann. Mein Name Eric Bueno bedeutet auf Spanisch „gut.“ Alles Zufälle die uns einander so nahe brachten das wir die Zieleinfahrt in Dakar gemeinsam feierten. Übrigens, mein Lichtproblem wurde von meinem Mechaniker in ungefähr 2 Minuten behoben. Es war wohl ein Problem mit einem Schalter der durch die vielen Stürze an diesem Tag in Mitleidenschaft gezogen war.

KTM Rallye Service:

Direkt nach dem ich vom Podium in Dakar herunter gefahren war bin ich zur KTM Crew gegangen um Ihnen zu danken. Ohne die professionelle Hilfe dieses Teams das trotz des extrem hohen Drucks von den Fahrern immer die Ruhe bewahrt wäre ich mit Sicherheit nicht im Ziel eingelaufen. Tja und dann wäre da noch das Motorrad das einfach perfekt war. Es hat mich so oft gerettet das dieses Motorrad eigentlich die Lorbeeren verdient.

Mein Rat an andere Fahrer:

Nie aufgeben, solange Du noch auf dem Motorrad sitzen kannst, der Motor läuft und Du noch genügend Benzin hast gibt es immer einen Weg. Beschäftige Dich nicht damit wie Du aussiehst sondern wie du fährst. Verbringe die Zeit nicht damit Gewicht zu heben sondern zu fahren. Vor allem aber halte Dich im Zaum, verausgabe Dich nicht. Eine Rallye ist ein Marathon, kein Sprint.

Mein schlimmstes Erlebnis auf einer Rallye:

Aras-Dakar 2002 die 11. Etappe von Tidjikja nach Tichit.

Wie viele andere auch in dieser Nacht bin ich in mitten von riesigen Sanddünen vor dem dritten Kontrollpunkt hängen geblieben. Überall Lichter die in alle möglichen Richtungen strahlten. Die Sache war wirklich unheimlich denn wir hatten nach dem CP3 immer noch 130 km von sandigen Pfaden vor uns. Meine Instrumente gaben den Geist auf und ich fuhr nur noch nach GPS. Jedes mal wenn ich über eine Düne fahren wollte habe ich mir zu fuß den Weg markiert um nicht jedes Mal im tiefen, weichen Sand zu stürzen. Viele die einfach gefahren, gestürzt und weiter gefahren sind kamen dann auch schließlich nicht an. Vier Stunden brauchte ich um den dritten Kontrollpunkt zu erreichen. Es war dunkel, kalt windig und zum Schluss fing es auch noch an zu regnen. Ein wahrer Alptraum. Ich glaube das ich der einzige Motorradfahrer war der in der Dunkelheit noch dort durchgekommen ist. Über 70 Fahrzeuge blieben in dieser Nacht in der Wüste. Um ca. 3:00 Uhr morgens lief auch ich dann im Ziel ein.

Eric

KTM - Kunden

© AdventureBike - selectCOM - E.S. - 2001 - 2004

Sie sind hier:

Übersicht:

enduroabenteuer Ausgabe 4 - 2004
TITEL-mt-02-2005-120breit

Anzeige:

 

Anzeige:

Das aktuelle Heft:

Anzeige:

BANNER-150breit

Seit September 2005 haben wir leider die Weiterentwicklung von AdventureBike eingestellt. Der Grund für diese Entscheidung liegt im chronischen Zeitmangel.

Für das Interesse, Vertrauen und unermüdliche aufrufen unserer Seiten möchten wir uns bei Ihnen unseren Lesern bedanken. Es freut uns an dieser Stelle verkünden zu können das über
1.000.000 Besucher sich die Zeit genommen haben hier vorbeizuschauen.

Bis auf weiteres wird AdventureBike von der Firma selectCOM weiter Betrieben, jecoch nicht weiterentwickelt.

Gruß

Ernst Südmeyer

 

WEB Design by: selectCOM

www.selectcom.de