100 Jahre ADAC
Jürgen Mayer & Ralph Bollschweiler (v L nach R)

Von einem der auszog...
Ein Erlebnisbericht von Ralph Bollschweiler
... zu berichten. Nach einer etwas kurzen, dennoch motivierenden Ansprache von Jürgen Mayer (MRS-Mayer GmbH) mit dem Tenor: „... na dann könnte man doch ...“ entschloss ich mich den Rallye Fahrer und KTM Händler zum 100 Jahr Fest des ADAC als Fotograf zu unterstützen.
Einerseits ein verlockendes Angebot auf einer solchen Veranstaltung als Journalist hinter die Kulissen schauen zu können, andererseits war mit dieser Veranstaltung meine Wochenendplanung im Eimer! Na ja ... aber wenn man doch so gebeten wird ... wer kann da schon nein sagen?
Das erste Hindernis: die Akredietierung als Journalist! Glücklicherweise habe ich früh genug daran gedacht einmal
nachzufragen. Durch mein Engagement bei AdventureBike ist das aber dann kein Problem,
lediglich 2 Minuten am
Telefon und die Sache ist erledigt!
Tag - 1 meiner Journalistischen Karriere: Vorbereitung des Materials ? Hm ... was nimmt man da so mit? Fotokoffer ist immer gut, sieht nämlich wichtig aus! Kamera, Objektive, Filme etc. dann Friseur, man möchte ja einen guten Eindruck machen!
Tag X: Anreise in Stuttgart, der Koffer wird nach einem Kilometer Fußmarsch schon recht lästig und der Rucksack drückt. aber das kann einen angehenden Fotografen nicht schocken!
Auf dem Schlossplatz in Stuttgart noch kurz einen Ordner nach der Pressestelle gefragt, mangels Wegweisern bin ich aber gleich zweimal um das Neue Schloss gelaufen. Als ich die Pressestelle verließ hatte ich ihn ... den Ausweis ... den Türöffner der zu den guten Plätzen führt.
Nach soviel Euphorie vermisste ich plötzlich mein Handy, aber keine Sorge, im Wagen ist ja noch Ersatz, also nochmals mit komplettem Gepäck zum Wagen zurück und das Uralthandy geholt. Dieses Gerät ist größer als jede Männerhand und furchtbar schwer, aber egal, Hauptsache eine Verbindung zur Außenwelt.
Nach einem kurzen Besuch im Fahrerlager der Formel I, die mit ihren riesigen Trucks und der klinischen Atmosphäre fast schon fremdartig auf den Besucher wirkt, habe ich dann in einer Ecke, zwischen Planie und Schillerplatz, die Motorradausstellung erspäht.
Schade ... nicht gerade ein prominenter Platz!
Ca. 10 bis 15 Motorräder sind ausgestellt. Von den aktuellen Siegermaschinen der Rallye: Paris – Dakar über
Strassen GrandPrix Maschinen der heutigen 2-Takt-Generation bis hin zu einer NSU
Rennmax ist ein kleiner
Einblick in die Motorradsparte geboten.
Um weitere Eindrücke zu sammeln, mache ich mich auf, einige Motive zu suchen. Leider klingelt mein Handy in unmittelbarer Nähe der hochgerüsteten und mit neuerster Technik ausgestatteten „Fotografen-Kollegen“, mitleidige Blicke hinsichtlich meiner „Schmalspurausrüstung“ ertrage ich mannhaft, wechsle jedoch um weiteren Schmähungen zu entgehen wieder zu den Motorrädern und führe dort interessante Gepräche mit Thomas „Ramsi“ Ramsbacher, Jürgen Mayer und Herbert Scheck. Um auch Besuchern mehr Kontakt zu meinem Steckenpferd, den Rallye Maschinen die Siegreich die Dakar bestritten haben zu ermöglichen unterhalte ich mich gezielt mit interessierten ... denn sonst macht das ja keiner! Dem einen oder anderen kann ich dann auch noch zu dem Erlebnis verhelfen mal auf einer echten Dakar Maschine zu sitzen!
Schade denke ich denn wenn wir, die wir uns interessieren und engagieren, nicht öffnen und andere mit ziehen wie sollen dann andere Menschen zu diesem Sport gebracht werden?
Die drei alten Hasen, Mayer, Ramsi & Scheck laufen zu Höchstform auf und eine Geschichte nach der Anderen wird hervorgekramt! Hier wird „Benzin“ geredet das es nur so kracht. Leider kann ich all die tollen Geschichten nicht aufnehmen, mitnehmen und dann publizieren. Wieder ein Ausrüstungsproblem!
Kleinere Pannen im Ablauf der Veranstaltung wie z.B. der erfolglose Versuch von Herbert Scheck eine Toilette aufzusuchen die vom Veranstalter aus unerfindlichen Gründen gesperrt wurde oder das Versagen des Caterings für die Aussteller werden schnell wieder vergessen.
Panik macht sich breit, als die Organisation noch 5 Minuten bis zum Auftritt ausruft.
Schnell stürzen sich die Akteure in die Klamotten und Herr Ramsbacher meint, das er unbedingt seinen Auspuff noch abbauen müsse damit er neben den Dakar-Motorrädern
nicht untergeht. Schliesslich gibt er den Schmähungen der Umstehenden nach und baut den Endtopf wieder auf die Maschine.
Dann geht es raus, im Pulk mit den Straßenrennmaschinen gehen die Rallye-Maschinen auf die Strecke wo nach dem Auftritt der Formal 1 Boliden von BMW und Mercedes der
Boden vor Gummiabrieb nur so strotz. Gummiabrieb und Kopfsteinpflaster ... eine ungesunde Mischung. Der Auftritt der Motorräder dauert auch nicht lange genug damit
jemand stürzen könnte. Nach ca. 3 Min. holt man die Akteure wieder hinter die Absperrung
und das war die ganze Aktion hinsichtlich der Motorräder.
Alles in allem zwar eine tolle Gelegenheit vielen Motorsport interessierten den Rallyesport einmal näher zu bringen andererseits hätte man seitens der Veranstalter den Motorrädern schon ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken können. Eigentlich schade, wo doch der ADAC vor 100 Jahren von 25 Motorradfahrern gegründet wurde.
Text & Fotos: Ralph Bollschweiler
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